Erdbeben-Katastrophe in Neuseeland: Frau nach 24 Stunden aus Trümmern gerettet
zuletzt aktualisiert: 23.02.2011 - 06:16Christchurch (RPO). Nach dem schweren Erdbeben in der neuseeländischen Stadt Christchurch sind Schätzungen zufolge noch immer mindestens hundert Menschen unter Trümmern verschüttet. Mehr als 24 Stunden nach dem Beben konnten Rettungskräfte am Mittwoch eine Frau lebend aus den Trümmern bergen.
Unter den Anwesenden brach Jubel aus, als die Büroangestellte aus einem zerstörten Gebäude in der Stadt Christchurch gerettet wurde. Die Frau wurde sofort zu ihrem Ehemann gebracht, der die Rettungsaktion verfolgt hatte, wie Bürgermeister Bob Parker sagte.
Die neuseeländischen Behörden haben für Teile der verwüsteten Stadt Christchurch eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Wer sich nach 18.30 Uhr Ortszeit noch in dem abgesperrten Gebiet in der Innenstadt auf der Straße aufhalte, werde festgenommen, kündigte die Polizei am Mittwoch an.
Das Gebiet sei zu gefährlich, da dort noch Gebäude vom Einsturz bedroht seien. Wie lange die Ausgangssperre gelten soll, wurde zunächst nicht mitgeteilt.
Die bisher angegebene Zahl von 65 Todesopfern werde noch "deutlich" steigen, sagte Polizeikommissar Russell Gibson am Mittwoch (Ortszeit) dem Sender Radio New Zealand. "Die Straßen sind von Leichen gesäumt, sie waren in Autos eingeschlossen oder von Trümmern erschlagen." Die Regierung hat inzwischen den Notstand verhängt.
Zur Bergung von Überlebenden und Toten seien etwa 500 Rettungskräfte im Einsatz, darunter Angehörige der Polizei und der Militärs, sagte Gibson. Es habe Fälle gegeben, in denen die Helfer eingeklemmten Menschen Gliedmaßen hätten amputieren müssen, um sie zu befreien.
Andere hätten bei ihrer Bergung "nur kleine Schrammen" gehabt, sagte Gibson. Die Rettungskräfte wollten die Stadt nun Haus für Haus nach Überlebenden absuchen.
Christchurch war am Dienstag von einem Erdstoß der Stärke 6,3 erschüttert worden. Für Neuseeland war es das schwerste Beben seit 80 Jahren. Nachbeben erreichten Stärken von 5,6. In der 340.000-Einwohner-Stadt stürzten zahlreiche Gebäude ein. Tausende waren ohne Strom, Handy-Netze brachen zusammen und Wasserleitungen barsten. Christchurchs Bürgermeister Bob Parker schätzte die Zahl der Eingeschlossenen auf bis zu 200.
Die Stadt war im September von einem Beben der Stärke 7,0 erschüttert worden. Rund 100.000 Häuser wurden damals beschädigt. Es kamen aber keine Menschen ums Leben, obwohl der Erdstoß dieselbe Stärke wie das Beben in Haiti hatte, bei dem im Januar 2010 rund 220.000 Menschen starben.
Nach Angaben von Seismologen war das neue Beben trotz seiner geringeren Stärke zerstörerischer als im September, weil sein Zentrum näher an der Erdoberfläche lag.
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