Schwestern sitzen in USA im Gefängnis: Freilassung gegen Organspende
zuletzt aktualisiert: 31.12.2010 - 09:31Chicago (RPO). In den USA könnten zwei seit 16 Jahren im Gefängnis sitzende Schwestern auf freien Fuß kommen - wenn die eine der anderen eine Niere spendet. Der Gouverneur des Bundesstaates Mississippi, Haley Barbour, hob die Haftstrafe gegen die Schwestern Jamie und Gladys Scott unter Voraussetzung der Organspende auf.
Die Bürgerrechtsorganisation NACCP begrüßte am Donnerstag Barbours Beschluss als "gerecht und mutig". Jamie Scott leidet an einer Nierenschwäche und ist auf regelmäßige Dialyse angewiesen. Ihre Schwester hat bereits angekündigt, ihr eine Niere spenden zu wollen.
Beide wurden wegen ihrer Beteiligung an einem bewaffneten Raubüberfall im Jahr 1993 zu lebenslanger Haft verurteilt, eine vorzeitige Haftentlassung auf Bewährung wäre eigentlich frühestens ab 2014 möglich gewesen.
Sie hatten stets von einem Justizirrtum gesprochen und wurden zu einem Symbol für die Schwere der Strafen, die in den USA gegen Afroamerikaner verhängt werden. Auch die NACCP hatte sich für ihre Freilassung eingesetzt.
Zur Begründung seiner Entscheidung erklärte Gouverneur Barbour, eine weitere Zeit im Gefängnis sei weder für die öffentliche Sicherheit noch für die Resozialisierung der Schwestern nötig. Zudem verursache Jamie Scotts Gesundheitszustand dem Bundesstaat Mississippi hohe Kosten.
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