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Fukushima Daiichi Juli 2011 Panorama
  Foto: TEPCO, dpa
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Weitere Evakuierungen um Atomkraftwerk geplant: Fukushima - die Katastrophe wirkt nach

VON DANA SCHÜLBE - zuletzt aktualisiert: 21.07.2011 - 17:50

Tokio (RPO). Mehr als vier Monate ist es inzwischen her, seit der Tsunami in Japan die Atomkatastrophe von Fukushima auslöste. Nun will die japanische Regierung erneut Evakuierungen um das Atomkraftwerk empfehlen. Doch wie sieht es eigentlich in dem Kraftwerk selbst aus? Die Regierung und Tepco jedenfalls geben sich zuversichtlich.

Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldet, will die Regierung in Japan erneut sogenannte Hot Spots benennen, in denen den Bewohnern empfohlen wird, ihre Häuser freiwillig zu verlassen. Diesmal handele es sich um vier Gebiete in der Stadt Minamisoma, in denen die Strahlung höher sei als in den Gegenden um sie herum. Eine solche Maßnahme hatte Tokio erstmals vor einem Monat durchgeführt. Zuvor wurden immer ganze Regionen von der Evakuierung betroffen, nun sind es lediglich 60 Hausbesitzer.

Auch wenn die Zahl recht gering ist, so zeigt es doch auch, dass die Lage in den Gebieten rund um das Atomkraftwerk noch immer bedenklich ist. Das zeigten zuletzt auch Meldungen über verseuchtes Rindfleisch aus Fukushima. Die Behörden in Tokio erklärten aber vor zwei Tagen, dass sich die Lage erheblich stabilisiert habe: Die Kraftwerksbetreiber machten stetig Fortschritte bei ihrem Plan, die Reaktoren innerhalb von sechs Monaten stillzulegen.

Brennstäbe teils noch freiliegend

Wie es tatsächlich in den Reaktoren aussieht, diese Informationen sammelt etwa die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) im Auftrag des Bundesumweltministeriums. Schon kurz nach der Atomkatastrophe wurden auf der Webseite nahezu täglich Messdaten aufgelistet und bewertet.

Tägliche Daten sind nun zwar nicht mehr zu finden. Dennoch gibt die Seite einen guten Überblick darüber, wie es in den Reaktoren aussieht. Nach dem Stand vom 6. Juli waren die Kühlssystem der Reaktoren 1-3 nicht funktionsfähig, also in jenen Reaktoren, in denen es zu einer Kernschmelze gekommen war. Während Reaktor 1 durch eine Wasserstoffexplosion schwer beschädigt wurde, ist Nummer zwei zum Teil offen. Auch Nummer 3 und 4 sind schwer beschädigt. In die unbeschädigten Reaktoren 5 und 6 wurde im Dach ein Lüftungsloch geschaffen, um eine Wasserstoffexplosion zu verhindern.

Ein wichtiger Faktor ist die Kühlung der Brennstäbe, der dem Kraftwerksbetreiber Tepco anfangs enorme Probleme bereitet hatte. Flüge mit Hubschraubern etwa mussten immer wieder abgebrochen werden. Während die Reaktoren 4, 5 und 6 als sicher eingeschätzt werden, liegen in den Reaktoren 2 und 3 die Brennstäbe noch immer teilweise oder sogar ganz frei. In Nummer 1 ist der Wasserstand nach dem Bericht der GRS niedriger als die Unterkante der Brennstäbe.

Gesunkene Strahlenbelastung

Hinsichtlich der radioaktiven Strahlungen schreibt die GRS, dass seit Mitte Mai kein radiologischer Bericht mehr erstellt werde, weil es nur noch geringfügige Änderungen gebe. Die Situation werde aber weiter beobachtet. Die Behörden in Japan selbst erklärten vor Kurzem, dass die Höchswerte bei der Strahlenbelastung gesunken seien. Auch würden die Temperaturen am Boden der Reaktorbehälter nicht länger ansteigen.

Zudem funktioniere das System zur Aufbereitung radioaktiv verseuchten Wassers nach anfänglichen Problemen reibungslos. Zudem helfe der Einsatz von Stickstoff, weitere Explosionen zu vermeiden. Doch auch Tepco gab zu, dass sie davon ausgehen, erst im Jahr 2021 damit beginnen zu können, die Brennstäbe zu entfernen.

Quelle: mit Agenturmaterial

 
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