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Fünf Jahre nach Reaktorunglück
Japan will Wiederaufbau von Fukushima vorantreiben

Zeitraffer zeigt Katastrophe von Fukushima
Tokio. Fünf Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima hat Japans Ministerpräsident Shinzo Abe verstärkte Anstrengungen zum Wiederaufbau angekündigt. Verstrahlte Gebiete sollen schneller entseucht werden, damit die Bewohner sicher zurückkehren könnten.

Das sagte Abe am Donnerstag. Die Eisenbahnlinie an der Küste solle bis zu den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio wiederhergestellt, der Tourismus in die vom Tsunami verwüstete Region Tohoku in Nordjapan auf 1,5 Millionen Gäste verdreifacht werden.

Abe erklärte die nächsten fünf Jahre zur Wiederbelebungs- und Wiederaufbauperiode. "Wir planen, einen umfangreichen Haushalt zu sichern, um Unterstützungsmaßnahmen für Hilfe in den Katastrophenregionen zu beginnen, damit diese wieder auf eigenen Füßen stehen können", sagte er.

Ein von einem heftigen Erdbeben ausgelöster Tsunami hatte am 11. März 2011 auf der japanischen Hauptinsel Honshu große Teile der Nordostküste überflutet. Knapp 16.000 Menschen starben, mehr als 2500 werden bis heute vermisst. Die Küstenwache nahm die Unterwassersuche nach Opfern wieder auf.

Die Suche nach den Angehörigen wurde aufgegeben

Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt stiegen auf Wunsch von Angehörigen aus der Stadt Rikuzentakata sechs Taucher ins Wasser. Nach der Katastrophe sei er mehr als ein Jahr lang täglich von Leichenhalle zu Leichenhalle gegangen, sagte der 81-jährige Chikara Yoshida, dessen einziger Sohn verschwand, als er älteren Einwohnern bei der Flucht vor den Wassermassen half.

Er habe mit seiner Tochter eine Online-Petition gestartet, damit die Suche wieder aufgenommen werde. Viele fragten ihn, weshalb er immer weitersuche. "Es ist egal, welcher Teil von ihm zurückkommt. Dann kann ich meine Tage beschließen", sagte er. Yoshidas Frau Eiko verfolgte die Suchaktion von einem gemieteten Boot aus und streute Blumen ins Meer.

Die Taucher fanden keine menschlichen Überreste. Sie zogen lediglich ein Fahrrad aus den Fluten.

(ap)
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