Neue Ermittlungen im Fall Kampusch: Gab es einen weiteren Täter?
zuletzt aktualisiert: 09.11.2009 - 05:48(RPO). Im Fall der entführten Natascha Kampusch gibt es eine neue Entwicklung: Medienberichten zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt gegen einen Freund des Täters Wolfgang Priklopil.
Im Fall der entführten Österreicherin Natascha Kampusch gibt es Anzeichen auf einen weiteren Täter. Gegen den Verdächtigen, Ernst H., werde nun wegen "Freiheitsentziehung" ermittelt. Das Magazin "Focus" zitiert den Ersten Oberstaatsanwalt in Graz, Thomas Mühlbacher, zu den neuen Meldungen: "Es besteht der Verdacht, dass er an der Entführung beteiligt war".
"Es haben sich Verdachtsmomente ergeben", so Mühlbacher. Zwischen H. und Priklopil habe es eine "besondere Nahbeziehung" gegeben. Hier seien "noch Fragen offen, die nicht zufriedenstellend geklärt sind". H. habe Priklopil vor dessen Selbstmord nach der Flucht von Kampusch am 23. August 2006 ein letztes Mal getroffen, berichtet die Wiener Zeitung "Kurier".
Laut "Kurier" war Ernst H. bisher nur als Zeuge in Nebenprozessen vernommen worden. Diese waren von Kampuschs Mutter Brigitta Sirny wegen übler Nachrede angestrengt und gewonnen worden. Gegenüber der Wiener Zeitung sagte H.: "Für mich ist es die beste Variante, gar nichts mehr zu sagen."
Weiterhin sei ein Ersuchen an die deutsche Staatsanwaltschaft gestellt worden, das mit dem Fall Kampusch im Zusammenhang stehe. Hierbei handele es sich um den Antrag, bei zwei Zeugen Beweismittel sicherzustellen, schreibt der "Focus".
Bis Jahresende wolle Mühlbacher über eine eventuelle Anklage entscheiden.
Im Alter von zehn Jahren war Natascha Kampusch 1998 auf dem Schulweg von ihrem Peiniger entführt worden. Mehr als acht Jahre lang wurde Kampusch in einem Kellerverließ gefangen gehalten, bis 2006 die Flucht gelang. Über die Zeit während der Gefangenschaft ist nur wenig bekannt.
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