"Entführungsalarm" ausgelöst: Gekidnapptes Baby nach Großfahndung gefunden
zuletzt aktualisiert: 10.12.2008 - 12:53Orthez (RPO). Glückliches Ende eines Entführungsfalls: Nach einer landesweiten Fahndung hat die französische Polizei ein zwei Tage altes Baby, das aus der Entbindungsstation eines Krankenhauses gekidnappt wurde, wiedergefunden.
Das Kind sei gesund und wohlauf in der Nähe der Wohnung der Entführerin entdeckt worden, teilte die Gendarmerie am Mittwoch mit. Der kleine Diango war am späten Dienstagnachmittag aus einem Krankenhaus in Orthez im Südwesten Frankreichs verschwunden, während seine Mutter unter der Dusche war.
Die Polizei löste darauf am Abend landesweit "Entführungsalarm" aus und rief die Bevölkerung über Radio und Fernsehen zur Mithilfe auf. Auch auf Anzeigetafeln in Bahnhöfen und auf Autobahnen wurde nach einer "großen und korpulenten Frau" in schwarzem Mantel gefahndet, die laut Zeugenberichten das Krankenhaus mit dem Kind verlassen hatte. In ihrer Begleitung wurde das Baby laut Polizei nun durch eine Streife in einem Auto entdeckt.
Der "Entführungsalarm" war in Frankreich 2006 nach US-Vorbild eingeführt worden. Er geht von der These aus, dass es in den ersten 48 Stunden nach dem Verschwinden von Kindern die größten Chancen gibt, diese lebend wiederzufinden. Der Alarm hat in Frankreich schon mehrfach dazu beigetragen, verschwundene Kinder zu finden.
Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, nach diesem Vorbild ein europaweites Alarmsystem einzuführen. Deutschland ist jedoch dagegen; Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte vor "Reizüberflutung" gewarnt, wenn europaweit Bilder von vermissten Kindern aus einzelnen Mitgliedsstaaten verbreitet würden.
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