Tausende in La Paz auf den Straße: Generalstreik legt Bolivien lahm
zuletzt aktualisiert: 18.02.2011 - 21:16La Paz (RPO). Mit einem Generalstreik haben die Menschen in Bolivien am Freitag gegen steigende Lebensmittelpreise protestiert. Öffentliche Schulen im ganzen Land blieben geschlossen, in Krankenhäusern wurde nur ein Notdienst angeboten, und der öffentliche Nahverkehr fiel in zahlreichen Städten aus.
In der Hauptstadt La Paz gingen tausende Menschen auf die Straße, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Bei einer von Gewerkschaften organisierten Kundgebung forderten sie Staatschef Evo Morales auf, gegen den Preisanstieg vorzugehen.
Bei der Kundgebung ließen einige Teilnehmer Dynamitstangen explodieren, Angaben über Verletzte gab es aber nicht. Nach einigen Stunden endete die Demonstration friedlich. Steigende Lebensmittelpreise hatten zuletzt weltweit die Sorge vor Unruhen wachsen lassen. Die Proteste in Nordafrika, die unter anderem zum Sturz des tunesischen Staatschefs Zine El Abidine Ben Ali und von Ägyptens Präsident Husni Mubarak geführt hatten, hatten sich unter anderem am Anstieg der Lebenshaltungskosten entzündet.
Bei Protesten gegen den enormen Anstieg der Treibstoffpreise in Bolivien hatten sich zum Jahreswechsel Demonstranten gewaltsame Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften geliefert. Bei Krawallen in El Alto nahe der Hauptstadt La Paz wurden dabei nach Behördenangaben 15 Polizisten verletzt. Morales nahm daraufhin die Streichung von Subventionen im Energiesektor zurück.
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