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Absturz von Germanwings-Flug 4U9525
Staatsanwalt Robin: Bislang DNA von 78 Opfern gesichert

Germanwings: Staatsanwalt – bislang DNA von 78 Opfern gesichert
Der Staatsanwalt von Marseille: Brice Robin. FOTO: dpa, bl sh hpl
Seyne-les Alpes. Bergungskräfte und Ermittler suchen in einem unzugänglichen Gelände nach Leichen der Absturzopfer. Erst später sollen die verstreuten Einzelteile des Germanwings-Wracks gesichert werden. Auch der zweite Flugschreiber wird noch gesucht. Die Identifizierung der Opfer dauert.

Die Bergung sterblicher Überreste hat am Ort des Germanwings-Absturzes in den französischen Alpen absoluten Vorrang. "Es gibt die Hoffnung, das bis Ende kommender Woche zu machen, das ist für uns die Dringlichkeit", sagte Staatsanwalt Brice Robin am Sonntag.

Wenn die Leichen und Leichenteile wie erhofft binnen sieben Tagen geborgen seien, wollten die Ermittler in einer zweiten Phase dann Wrackteile sichern, die für die Recherchen nötig seien.

Fotos: So hart ist die Arbeit der Bergungstrupps FOTO: dpa, bl sh

Zweiter Flugschreiber noch immer nicht gefunden

Robin bestätigte, dass nach dem zweiten Flugschreiber weiter gesucht wird. "Er wurde immer noch nicht gefunden." Experten erhoffen von den Flugdaten Aufschluss über Abläufe in dem Airbus von dem Absturz.

Fotos: Tag vier der Bergungsarbeiten am Absturzort FOTO: EPA/FRANCIS PELLIER/DICOM/MINISTERE INTERIEUR/HO

Der Ermittler von der Staatsanwaltschaft Marseille widersprach Spekulationen, wonach sterbliche Überreste des Copiloten der Unglücksmaschine bereits identifiziert wurden. "Es sind vertiefte DNA-Recherchen nötig, im Institut für Kriminalitätsforschung der National-Gendamerie", so Robin. DNA steht für den chemischen Aufbau von Erbinformationen.

"Wir haben noch keine Opfer identifiziert, sondern DNA-Spuren", so Robin. Demnach haben die Ermittler inzwischen die DNA von 78 Menschen gesichert. Diese solle zur Identifizierung der Toten mit DNA-Proben von Familienangehörigen abgeglichen werden, sagte Brice Robin.

Die Unglücksstelle am Tag nach dem Absturz FOTO: dpa, sh

Ermittlungen nicht nur in eine Richtung

Es werde weiter die Spur verfolgt, wonach der Copilot den Airbus vorsätzlich zum Absturz brachte. Auf die Frage, warum französische Ermittler in Düsseldorf andere Möglichkeiten wie einen technischen Defekt nicht ausschlössen, sagte Robin, es handele sich vor allem um eine Vorsichtmaßnahme: "Wenn man eine Ermittlung beginnt, darf man sich nicht nur in eine Richtung begeben."

Robin sagte, ihm lägen keine Informationen über den Gesundheitszustand des Copiloten vor. "Da werde ich mich später zu äußern, da die (Beweis-)Stücke in Deutschland sind.(...) Wenn ich die Stücke haben, kann ich mich äußern", so der Ermittler.

Robin teilte zudem mit, bis Montagabend solle ein Fahrweg für Geländefahrzeuge zur schwer zugänglichen Unglücksstelle angelegt werden. Bislang ist die abgelegene Gegend nur per Hubschrauber oder Fußmarsch erreichbar. Die Fahrstraße soll die Bergung größerer Trümmerteile erleichtern, die nur schwer per Helikopter transportiert werden können.

(lnw/AFP)
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