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Germanwings-Absturz
Wo ist die zweite Blackbox?

Fotos: So hart ist die Arbeit der Bergungstrupps
Fotos: So hart ist die Arbeit der Bergungstrupps FOTO: dpa, bl sh
Seyne-les-Alpes. Eine knappe Woche nach dem Absturz der Germanwings-Maschine ist die zweite Blackbox mit dem Datenschreiber der Unglücksmaschine noch immer nicht gefunden. Für die Helfer ein Geduldsspiel: Die Trümmer liegen über ein Gebiet von fast zwei Hektar Größe zerstreut.

In den französischen Alpen ist die Suche nach weiteren Opfern der Germanwings-Katastrophe und nach dem Flugdatenschreiber fortgesetzt worden. Ob die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft weitere Ermittlungsergebnisse bekanntgeben wird, war am Montagmorgen offen. Am Absturzort wurde bislang DNA von gut der Hälfte der 150 Opfer gesichert. Man habe "78 unterschiedliche DNA-Spuren" identifiziert, sagte Staatsanwalt Brice Robin.

Nach einer nächtlichen Unterbrechung wurden die Arbeiten am Absturzort am Montagmorgen fortgesetzt. Gleichzeitig soll ein Weg ins Absturzgebiet in der Nähe des Örtchens Seyne-les-Alpes geschaffen werden. Der Zugang könnte Montagabend fertig sein und soll vor allem ermöglichen, schwereres Bergungsgerät in die Region zu bringen. Bisher werden Ermittler und Bergungskräfte tagsüber mit Hubschraubern in das unwegsame Gebiet gebracht. Die Bergung der Toten habe absoluten Vorrang, sagte Staatsanwalt Brice Robin der Deutschen Presse-Agentur.

Die Bergungungen gestalten sich schwierig. Für die französischen Gendarmen, die die Gebirgsregion bei Seyne-les-Alpes absuchen, ist das nicht überraschend. "Man muss schon hier vor Ort sein, um zu begreifen, worum es geht", sagt einer der Suchkräfte. "Wir haben eine Flugzeugturbine gefunden, die 400 Meter weit vom Aufschlagspunkt der Maschine fortgeschleudert worden ist."

Der Einsatzort ist eine Felswand, die Hänge sind 40 bis 60 Grad steil. Der Airbus A320 ist beim Aufprall zerschmettert worden, die Trümmer liegen über ein Gebiet von fast zwei Hektar Größe zerstreut. Rund 50 Experten sind täglich im Einsatz - um den Flugdatenschreiber, Flugzeugtrümmer und sterbliche Überreste der 150 Opfer zu suchen. Und nicht alle Ermittler sind in dem hochalpinen Gelände trittsicher. "Man muss sie also begleiten, dass dauert weitere Zeit", sagt Stéphane Laout von der Hochgebirgsgendarmerie aus Grenoble.

Den Flugdatenschreiber aufzuspüren, auf dem Flughöhe, Geschwindigkeit und Kurs gespeichert sind, gehört von Beginn an zu den Prioritäten. "Er ist für die weiteren Ermittlungen unersetzlich", erläutert Yves Naffrechoux von der Gendarmerie des Départements Alpes-de-Haute-Provence. Gleichzeitig versuche sein Team ebenso schnell und sorgfältig, weitere Leichenteile zu finden, damit sie ins Tal gebracht und identifiziert werden können.

"Wenn sie selbst nicht vollständig zerschmettert wurde, liegt die Blackbox unter Schutt oder Trümmerteilen", sagt Laout. "Aber es gibt kaum Trümmer, unter denen nicht eine Leiche liegt." "Und wenn das der Fall ist, müssen wir äußerst vorsichtig vorgehen, um sie einzuwickeln und so gut wie möglich zu erhalten", sagt Naffrechoux. "Das kostet zusätzliche Zeit."

Mit 700 Stundenkilometern ist die Maschine gegen den Fels gerast. Der Aufprall war so heftig, dass womöglich auch der Flugdatenschreiber zermalmt wurde. Er wiegt sieben bis zehn Kilogramm, hat eine leuchtend orangefarbene Hülle mit reflektierenden weißen Streifen."Vielleicht ist er irgendwo im Schutt verborgen, wir müssen das kleinste Trümmerteil anheben, unter den kleinsten Erdhügel schauen, um die winzigste Spur zu finden", sagt Laout.

Der Zufall kann helfen, den Flugdatenschreiber schnell zu finden. Die Experten vor Ort haben sich aber darauf eingestellt, noch viele Tage, wenn nicht wochenlang weiter zu suchen.

(AFP/dpa)
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