Wasserversorgung bedroht: Gletscher in Chile schmilzt bis 2060
zuletzt aktualisiert: 02.11.2008 - 10:51Santiago de Chile (RPO). Der Echaurren-Gletscher in Chile droht einer Studie zufolge in den kommenden fünfzig Jahren zu schmelzen. Die Eisfelder schrumpften derzeit um bis zu zwölf Meter im Jahr. Der Gletscher deckt gut zwei Drittel des Wasserbedarfs der Hauptstadt Santiago de Chile.
Laut einem Bericht des wichtigsten Wasserversorgers Chiles, DGA, werden die wichtigsten Wasserquellen für Santiago de Chile, der Maipo-Fluss und einige seiner Zuflüsse, alle aus dem Echaurren-Gletscher gespeist. DGA-Gletscherexperte Antonio Vergara sagte, bei der derzeitigen Abschmelzrate seien der Echaurren und einige kleinere Gletscher in der Nähe der Hauptstadt innerhalb der kommenden fünfzig Jahre verschwunden. Unter anderem
Das Verschwinden der Gletscher werde die Chilenen zwingen, nach neuen Wasserquellen zu suchen und daher zu einer großen Wanderungsbewegung der Bevölkerung führen, warnte Vergara. Der Echaurren-Gletscher, rund 50 Kilometer östlich der Hauptstadt an den westlichen Hängen der Anden gelegen, gehört zu den zehn meistuntersuchten Gletschern der Welt.
Rhone-Gletscher könnte bis 2100 verschwinden
Auch der Gletscher, der den französischen Fluss Rhone speist könnte bis 2100 vollständig verschwinden. Zu dieser Erkenntnis kamen Züricher Forscher, die den Gletscher in den Schweizer Alpen untersucht haben. Die Glaziologen stützen ihre Annahmen auf eine aufwendige Computersimulation, wie die ETH Zürich am bekannt gab.
Die Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie der Hochschule zog für die Computersimulation zahlreiche Daten über Temperatur, Niederschläge und Rückzug des Gletschers seit dem 19. Jahrhundert heran. Ihr auf 100 Jahre angelegtes Szenario geht für die Region von einem Temperaturanstieg um 3,8 Grad und einem Niederschlagsrückgang um sechs Prozent aus. Dadurch würde der Rhonegletscher bereits bis 2060 die Hälfte seines Volumens verlieren und bis ungefähr 2100 völlig verschwinden.