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Vorermittlungen wegen Steuerbetrug
Polizei durchsucht Pariser Google-Büro

Google: Polizei-Durchsuchung in Paris wegen möglichem Steuerbetrug
Das Unternehmen Google steht wegen "Steueroptimierung" immer wieder in der Kritik. FOTO: dpa, ped nic
Paris. Die Pariser Polizei hat die Pariser Büros des Suchmaschinen-Giganten Google durchsucht. Das verlautete am Dienstag aus Polizeikreisen. Offenbar besteht Verdacht auf Steuerbetrug. 

In Frankreich laufen Vorermittlungen gegen Google wegen mutmaßlichen Steuerbetrugs. Das Land verlangt von den Amerikanern Steuernachzahlungen von 1,6 Milliarden Euro, wie es bereits im Februar in Kreisen des Finanzministeriums hieß. Das Finanzministerium selbst hatte die Zahl nicht bestätigt.

Google: "Wir halten uns an französisches Recht"

An der Durchsuchung seien Finanz-Ermittler der Polizei und 25 Informatik-Experten beteiligt gewesen, teilte die nationale Finanz-Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Es gehe darum, zu klären, ob Google Ireland Ltd. eine feste Niederlassung in Frankreich hat und ob das Unternehmen gegen Steuer-Vorschriften verstoßen habe, indem es einen Teil seiner Aktivitäten in Frankreich nicht dort angegeben habe.

Google erklärte dazu: "Wir halten uns an französisches Recht und kooperieren umfänglich mit den Behörden, um ihre Fragen zu beantworten." Die Finanz-Staatsanwaltschaft erinnerte selbst an die Unschuldsvermutung.

Amazon, Google & Co. wegen Steuertricks in Kritik

Wie andere international tätige Konzerne - etwa Amazon oder Facebook - steht auch Google wegen Steuertricks in der Kritik. Sie sollen mit Methoden der sogenannten Steueroptimierung große Summen an Steuern sparen - nicht nur in Europa, auch in den USA. Sie wählen als Hauptsitz zum Beispiel Länder, in denen die Besteuerung sehr niedrig ist. Die Konzerne beteuern, sich stets an geltendes Recht zu halten.

In Großbritannien einigte sich der Internetkonzern im Januar mit den Finanzbehörden auf die Zahlung von 130 Millionen Pfund (170 Millionen Euro). Kritiker bemängelten die Vereinbarung jedoch als zu günstig für das Unternehmen.

(csi/hebu/afp/dpa)
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