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Zoo von Cincinnati
Gorilla schnappt sich Kind - und wird erschossen

Cincinnati. Im Zoo der US-Stadt Cincinnati ist ein vierjähriger Junge in ein Affen-Gehege gefallen. Ein 181 Kilo schwerer Gorilla schnappte sich das Kind und schleifte es zehn Minuten durch das Gehege. Dann schritt ein Spezialteam ein.

Schreckminuten im Zoo von Cincinnati: Ein Kind ist in das Gorilla-Gehege gefallen, wo er von einem Menschenaffen gepackt wurde. Das Tier habe den Jungen rund zehn Minuten umhergeschleift, ehe es von einem Sondereinsatzteam erschossen worden sei, sagte der Zoodirektor Thane Maynard. 

Dieses Foto zeigt den Gorilla, der am Samstag erschosesn wurde. Erst einen Tag zuvor hatte der Zoo seine Facebook-Fans aufgefordert, ihm alles Gute zum Geburtstag zu wünschen. 

Das Kind sei ins Krankenhaus gebracht worden, es werde mit seiner Genesung gerechnet, sagte der Zoodirektor. Das Alter des Jungen war von den Behörden zunächst mit drei Jahren angegeben worden, doch teilte der Tiergarten später mit, er sei vier Jahre alt.

Kind zwängte sich durch Absperrung

Zoovertretern zufolge soll er sich am Samstag durch die Schutzbarriere am Gorilla-Gehege gezwängt haben. Dann fiel er drei bis vier Meter tief in die Affengrube, wo ihn ein 17-jähriger Gorilla sich griff. Die Gegend rund um das Gehege wurde geschlossen, als umstehende Besucher von Schreien berichteten.

Ein für bedrohliche Situationen ausgebildetes Zooteam habe entschieden, dass das Kind in Lebensgefahr sei und das 181 Kilogramm schwere Gorillamännchen namens Harambe ausgeschaltet werden müsse, sagte Maynard.

"Sie trafen eine harte Entscheidung, aber die richtige, weil sie dadurch das Leben des kleinen Jungen retteten", fügte er hinzu. "Das hätte sehr schlimm ausgehen können."

Zwar habe der Gorilla nicht gewirkt, als ob er das Kind attackieren würde. Doch habe es sich um "ein extrem starkes" Tier in erregtem Zustand gehandelt. Eine Betäubung hätte den Gorilla nicht schnell genug unschädlich gemacht und den Jungen damit weiter gefährdet, erklärte Maynard. Mit dessen Eltern habe er noch nicht gesprochen.

Es sei das erste Mal gewesen, dass das Sondereinsatzteam ein Zootier in einer Notsituation habe töten müssen. Maynard sprach von einem "sehr traurigen Tag" für den Zoo.

Das Areal namens "Gorilla World" bleibt bis auf weiteres geschlossen.
Gleichwohl gehe der Zoo davon aus, dass das Gehege sicher sei, sagte Maynard.

Der Zoo von Cincinnati hält sich seine Arbeit zum Schutz gefährdeter Spezies, zu der auch Harambe als Westlicher Flachlandgorilla zählte. Der Menschenaffe war 2015 vom Gladys Porter Zoo in Brownsville in Texas nach Cincinnati gebracht worden.

(jco/ap)
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