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Fünf Hochhäuser evakuiert
Tausende Londoner verbringen Nacht in Notunterkünften

Fünf Hochhäuser in London evakuiert
Fünf Hochhäuser in London evakuiert FOTO: dpa, MD pil
London. Anderthalb Wochen nach der Katastrophe im Londoner Grenfell Tower sind fünf Hochhäuser in der britischen Hauptstadt wegen Brandgefahr geräumt worden. 800 Wohnungen wurden noch am Abend evakuiert. Die Menschen wurden in Hotels und Notunterkünften untergebracht.

Der Grund seien "dringende Arbeiten zur Brandsicherheit", teilten die Behörden am späten Freitagabend mit. Die Entscheidung sei nach einer Inspektion der Londoner Feuerwehr getroffen worden. Insgesamt 800 Haushalte sind nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA betroffen. Die Feuerwehrleute sagten demnach, sie könnten die Sicherheit der Bewohner nicht garantieren. Die Gebäude sollen dieselbe Verkleidung haben wie der Grenfell Tower. Es gebe darüber hinaus Bedenken wegen der Isolierung der Gasleitungen.

Hotels und Notunterkünfte

Die Bewohner mussten ihre Apartments im Norden Londons noch am Freitagabend verlassen und sollten unter anderem in Hotels untergebracht werden. Bei der Brandkatastrophe im Grenfell Tower am 14. Juni waren mindestens 79 Menschen ums Leben gekommen.

Die Arbeiten an den nun geräumten Gebäuden im nördlichen Stadtbezirk Camden sollen drei bis vier Wochen dauern, wie Georgia Gould vom Bezirksrat sagte. Grenfell habe alles geändert. Man dürfe keinerlei Risiko mehr eingehen. Londons Bürgermeister Sadiq Khan schrieb auf Facebook von einer "Vorsichtsmaßnahme" und bezeichnete die Räumung als den besten Weg, um die Bewohner zu schützen. Eine "Reihe bestimmter Umstände" mache das in diesem Fall notwendig.

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Defekter Kühlschrank war die Ursache

Premierministerin Theresa May twitterte, ihre Gedanken seien bei den in Sicherheit gebrachten Einwohnern. "Wir werden mit den Rettungsdiensten und den zuständigen Behörden arbeiten und sie unterstützen, um die Öffentlichkeit zu schützen." Der Rat von Camden teilte mit, allen Bewohnern werde am Wochenende erlaubt, in Begleitung von Feuerwehrleuten ihre Habseligkeiten aus den Wohnungen zu holen.

Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte ein defekter Kühlschrank die Feuerkatastrophe ausgelöst. Zudem hätten die Fassadenverkleidung und die Isolierung des Grenfell Towers die Sicherheitstests nach dem Unglück nicht bestanden, sagte Fiona McCormack von Scotland Yard. Es sei keine Brandstiftung gewesen. Die Ermittler erwägen demnach eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung. Man sehe sich alle Unternehmen an, die am Bau und an der Sanierung des Hochhauses beteiligt gewesen seien, hieß es weiter.

Behörden suchen nach Sicherheitsverstößen

Berichten zufolge hatte die brennbare Gebäudeverkleidung erheblich zur schnellen Ausbreitung des Feuers beigetragen. Das Hochhaus war erst vor kurzem renoviert worden. Die Behörden untersuchen allgemeine Sicherheitsverstöße und Verstöße gegen den Brandschutz, berichtete die Polizei weiter.

Die Hochhaus-Untersuchungen ziehen weite Kreise. Experten konnten bis zum Freitagabend an mindestens 14 weiteren Gebäuden eine leicht entflammbare Verkleidung nachweisen, darunter waren Hochhäuser in Manchester und Plymouth. Hunderte weitere Gebäude werden derzeit noch auf eine mögliche Feuergefahr hin untersucht.

(csi/dpa)
 
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