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Hackerskandal
China bezeichnet US-Vorwürfe als unverantwortlich

Peking. China bestreitet empört Verdächtigungen, sich Zugriff in das Computersystem der Personalabteilung der US-Regierung verschafft zu haben. Es sei unverantwortlich und unwissenschaftlich, auf Mutmaßungen beruhende Anschuldigungen ohne tiefere Ermittlungen zu machen, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Hong Lei, am Freitag. Die USA sollten weniger misstrauisch sein und aufhören, unbewiesene Verdächtigungen auszusprechen. Stattdessen sollten sie mehr auf Vertrauen und Zusammenarbeit setzen.

US-Senatorin Susan Collins, Mitglied im Geheimdienstausschuss, hatte am Donnerstag gesagt, die Hacker würden in China vermutet. Sie sollen bei ihrem Angriff persönliche Daten von mindestens vier Millionen Staatsbediensteten gestohlen haben. Laut dem US-Heimatschutzministerium ist von dem im Mai entdeckten Angriff neben dem Office of Personnel Management auch das Datenzentrum des Innenministeriums.

Erst im November 2014 hatte ein externer Ex-Mitarbeiter des Heimatschutzministeriums enthüllt, dass sich Hacker Zugriff zu persönlichen Daten von mehr als 25 000 Angestellten der Behörde sowie Tausenden von weiteren Staatsbediensteten verschafft hatten.

Hong sagte, man wisse, dass die Hackerangriffe anonym in einer Reihe Länder ausgeführt würden. Es sei schwierig, die Urheber zu ermitteln.
Peking weist regelmäßig alle Verdächtigungen zurück, an Cyberattacken auf ausländische Ziele beteiligt zu sein. Immer wieder betont China aber, selbst Ziel von Hackerangriffen zu sein. Das Land rief wiederholt zu engerer Zusammenarbeit im Kampf gegen diese Angriffe auf.

Es wird vermutet, dass Chinas Militär vor gut einem Jahrzehnt den Ausbau der Leistungsfähigkeit für Cyberkriegsführung zu einem Topziel gemacht hatte. 2011 hatte das Verteidigungsministerium erklärt, man entwickle eine chinesische "Online-Armee".

(ap)
 
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