Anschlag in Argentinien geschützt?: Haftbefehl gegen Ex-Präsident Menem beantragt
zuletzt aktualisiert: 22.05.2008 - 22:53Buenos Aires (RPO). Argentiniens Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag Haftbefehl gegen den ehemaligen Staatspräsidenten Carlos Menem beantragt. Der 77-Jährige soll die Verwicklung eines Geschäftsmannes in den Anschlag auf ein jüdisches Gemeindezentrum mit 85 Toten vertuscht haben.
Neben Menem will die Staatsanwaltschaft fünf weitere Personen festnehmen lassen, darunter den Bruder des Expräsidenten, Munir, der als Senatsmitglied derzeit Immunität genießt.
Der frühere Staatschef und seine Vertrauten hätten versucht, eine mögliche Beteiligung eines syrisch-argentinischen Geschäftsmanns an dem Autobombenanschlag in Buenos Aires 1994 zu vertuschen, erklärte Staatsanwalt Alberto Nisman. Die Anklage wirft dem Iran vor, die Bluttat organisiert zu haben, hat aber erklärt, dass auch Argentinier beteiligt waren.
Menem, der von 1989 bis 1999 Präsident des südamerikanischen Landes war, wies die Anschuldigung zurück. Während seiner Amtszeit wurden mindestens 16 Verdächtige in dem Fall festgenommen, die Ermittlungen brachen aber 2004 zusammen. Ein Bundesgericht warf dem zuständigen Richter vor, einen Zeugen bestochen zu haben, offenbar um die tatsächlichen Hintermänner des Anschlags aus den Ermittlungen herauszuhalten.
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