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Hochwasser in Texas
Vermutlich weitere Tote nach "Harvey"

Fotos: Verwüstungen und Tote durch "Harvey" in Texas
Fotos: Verwüstungen und Tote durch "Harvey" in Texas FOTO: rtr, AL/KAT
Houston. "Harvey" wütet weiter im Süden der USA. Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Auch für die nächsten Tage werden sintflutartige Regenfälle erwartet. Bis zu 30.000 Menschen könnten obdachlos geworden sein. Mehrere Menschen starben.

Der verheerende Tropensturm "Harvey" hat den US-Bundesstaat Texas weiter fest im Griff. Einsatzkräfte kämpften bis in die Nacht gegen die Fluten. Die Küstenwache sprach von mehr als 3000 Menschen, die allein am Montag aus den überschwemmten Gebieten gerettet worden seien. Bis zum Abend (Ortszeit) bestätigten die Behörden offiziell drei Tote, manche US-Medien berichteten aber von höheren Zahlen. Zahlreiche Menschen wurden vermisst. 

Nachdem am Wochenende bereits zwei Todesopfer in Texas gemeldet worden waren, teilte die Polizei vom Montgomery County am Montag mit, eine Frau sei in der Stadt Porter ums Leben gekommen, als ein Baum auf ihr Haus stürzte – sie habe währenddessen geschlafen, berichtete der Ehemann. Er selbst wurde von der Feuerwehr gerettet. Die Einsatzkräfte mussten nach eigenen Angaben durch brusthohes Wasser waten, um ihn zu erreichen. Sie fanden auch die Leiche der Frau.

Hurrikan "Harvey" verursacht schwere Verwüstungen in Texas

Der Sender KHOU berichtete von sechs Insassen eines Kleinbusses, der im Hochwasser abgetrieben sei. Es werde befürchtet, dass die Insassen tot seien. Eine Angehörige erzählte, das Fahrzeug sei auf einer Brücke von den Wassermassen erfasst worden. Ihr Schwager sei mit den Großeltern und vier Kindern in dem Fahrzeug gewesen – nur er habe sich aus dem Van retten können. 

Zehntausende wahrscheinlich obdachlos

Nach Einschätzung der Behörden könnte der Sturm in dem Bundesstaat bis zu 30.000 Menschen vorübergehend obdachlos machen. In der Notunterkunft im George R. Brown Convention Center in Houston waren nach Angaben eines Sprechers des Roten Kreuz rund 7000 Menschen untergebracht – ausgelegt war die Unterkunft für 5000 Betroffene. Einige der Menschen müssten in Stühlen oder auf dem Boden schlafen, hieß es. 54 Bezirke wurden zu Notstandsgebieten erklärt. Besonders betroffen ist die Millionenmetropole Houston, in deren Großraum 6,5 Millionen Menschen leben. 

Schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Der Nationale Wetterdienst warnte weiter vor sintflutartigen Regenfällen und Überschwemmungen. Der Sturm sog über dem am Ende des Sommers sehr warmen Golf von Mexiko extrem viel Feuchtigkeit auf, die er nun als Regen wieder abgibt. "Harvey" bewegte sich dabei nur langsam vorwärts. Er könnte nach Einschätzung von Meteorologen des National Hurrican Center am Dienstag leicht ostwärts wandern und damit auch Teile Louisianas erreichen. Dort hatte es schon in den vergangenen Tagen heftig geregnet. Der Gouverneur des Bundesstaates, John Bel Edwards, sagte am Montag, Louisiana stehe das Schlimmste aller Wahrscheinlichkeit nach noch bevor.

Die Rettungsmannschaften konzentrierten sich darauf, in Gefahr geratene Menschen in Sicherheit zu bringen. Die Teams gingen mit Booten und Hubschraubern vor. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Menschen durch die Wassermassen wateten. Die Infrastruktur in und um Houston brach weitgehend zusammen. Der Internationale Flughafen der Stadt ist bis auf Weiteres geschlossen. Viele Straßen und Autobahnen sind unpassierbar, der Unterricht in den Schulen wurde abgesagt. Auch außerhalb Houstons machte der Sturm viele Häuser dem Erdboden gleich. Verschmutztes Trinkwasser wurde mehr und mehr zum Problem. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, Trinkwasser abzukochen.

US-Präsident Donald Trump sagte den betroffenen Bürgern rasche Hilfe seiner Regierung zu. Sie würden "100 Prozent" Unterstützung erhalten. "Sie werden bekommen, was sie brauchen, und es wird schnell gehen." Priorität sei es, die Leben von US-Bürgern zu schützen. Der Wiederaufbau werde lang dauern und schwierig sein. Trump und seine Frau Melania wollen am Dienstag die Städte Corpus Christi und Austin besuchen, wie das Weiße Haus mitteilte.

(wer/ap/dpa)
 
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