Liechtenstein: Hat der Prinz deutsche Steuern hinterzogen?
zuletzt aktualisiert: 20.02.2009 - 12:10Vaduz/Bochum (RPO). Deutsche Steuerbehörden ermitteln gegen ein Mitglied des liechtensteinischen Fürstenhauses wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Die Liechtensteiner LGT-Bank bestätigte, dass der in Deutschland lebende Prinz Max von und zu Liechtenstein nach Auffassung der Steuerermittler Erträge aus einer Familienstiftung nicht versteuert haben soll.
Die Anwälte des Prinzen bestreiten eine Steuerpflicht des Fürstensohns. Der 39 Jahre alte Sohn des Fürsten Hans-Adam II. ist Chef der LGT-Gruppe. Prinz Max selbst betonte in einer schriftlichen Erklärung: "Ich habe meine Steuerpflicht in Deutschland stets nach bestem Wissen und Gewissen erfüllt."
Falls es sich herausstellen solle, dass er dem deutsche Staat dennoch Steuern schulde, werde er allen Verpflichtungen umgehend nachkommen. "Ich habe meinen Wohnsitz bewusst in Deutschland gewählt und bezahle hier Steuern in beträchtlichem Ausmaß. Meine Steuerverpflichtungen nicht zu erfüllen, war ganz sicher nie meine Absicht", erklärte er.
Kooperation mit Steuerbehörden
Der Streit dreht sich um eine bereits 1993 in Liechtenstein gegründete Familienstiftung des Fürstenhauses, deren Begünstigte die Nachfahren des regierenden Fürsten und deren Familienmitglieder sind. Nach Auffassung der deutschen Steuerbehörden sei das gesamte Stiftungsvermögen Prinz Max zuzuordnen, da er den größten Teil der Ausschüttungen erhalten habe, berichtete die Bank. Doch bestreiten die Anwälte des Adligen diese Interpretation. Nach ihrer Auffassung entstammt das Stiftungskapital nicht dem Vermögen des Prinzen, sondern demjenigen der Fürstenfamilie. Bei Auflösung der Stiftung im Jahr 2003 sei es auch an diese zurückgeflossen.
Bei einem Treffen zwischen Prinz Max und Vertretern der deutschen Steuerbehörde im Dezember vergangenen Jahres wurde nach Angaben der LGT-Gruppe vereinbart, dass die Anwälte des Fürsten die nötigen Informationen beibringen, um den Sachverhalt zu klären. "Prinz Max hat jederzeit mit den Steuerbehörden kooperiert, und die Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss", betonte das Bankhaus.
Bochumer Staatsanwaltschaft schweigt
Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" waren Bochumer Steuerfahnder bei ihren Ermittlungen in der Liechtenstein-Affäre auf den Fürstensohn aufmerksam geworden. Wie der inzwischen zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilte frühere Post-Chef Klaus Zumwinkel tauche Prinz Max auf einer Liste mit rund 800 Namen auf, die ein ehemaliger Mitarbeiter der LGT Bank für 4,3 Millionen Euro an den Bundesnachrichtendienst verkauft habe. Die Bochumer Staatsanwaltschaft lehnte jeden Kommentar zu dem Bericht ab. Zu Einzelpersonen äußere man sich nicht, sagte Behördensprecher Bernd Bienioßek.
Prinz Max lebt seit September 2001 mit seiner Familie in Deutschland. Auch 1999 hatte er seinen Wohnsitz schon einmal in der Bundesrepublik.
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