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Lebendig begraben auf Sumatra: Helfer retten Frau nach 40 Stunden unter Trümmern

zuletzt aktualisiert: 02.10.2009 - 09:38

Padang/Indonesien (RPO). Die 20-jährige Ratna Kurnia Sari ist erschöpft. 40 Stunden lang hat sie unter den Trümmern der Fremdsprachenschule von Padang gelegen - am Freitag konnten indonesische Soldaten sie endlich befreien.

Von Staub bedeckt wurde die 20-Jährige sofort auf eine Trage gelegt und in eines der überfüllten Krankenhäuser der Hafenstadt im Westen der Insel Sumatra gebracht, die am Mittwoch von einem Erdbeben der Stärke 7,6 erschüttert worden war. Sari ist eine der wenigen, die den Einsturz des Schulgebäudes überlebte.

"Ich habe sie herausgezogen. Nur ihr Bein war verletzt. Sie ist bei Bewusstsein", sagte der Soldat Ali Muzer. Er war mehrere Stunden an dem Rettungseinsatz beteiligt, bei dem die Betontrümmer und Metallstangen, die einmal die Prayoga-Fremdsprachenschule zusammenhielten, mühselig zur Seite geräumt wurden. Die Rettungskräfte in Padang kämpfen nicht nur gegen ihre Erschöpfung an; sie ärgern sich über fehlende Ausrüstung und sind zugleich mit dem Leid der Menschen konfrontiert, die verzweifelt auf ein Lebenszeichen ihrer Angehörigen warten.

Hilfe läuft an

Im Erdbebengebiet auf Sumatra haben die örtlichen Helfer und Rettungskräfte am Freitag immer mehr Unterstützung auch aus dem Ausland erhalten. Flugzeuge brachten Ärzte, Sanitäter, Suchhunde-Teams und tonnenweise Hilfsgüter. Die Suche nach Überlebenden in den Trümmern der eingestürzten Häuser war aber ein Wettlauf gegen die Zeit: Nur selten werden noch Überlebende gerettet, meist konnten nur Leichen geborgen werden. Der UN-Nothilfekoordinator John Holmes schätzte die Zahl der Toten auf mindestens 1.100.

Das Beben der Stärke 7,6 vom Mittwoch war das schwerste in Indonesien seit Mai 2006, als in der Stadt Yogyakarta mehr als 3.000 Menschen ums Leben kamen. Auf Sumatra wurden nach Angaben des Leiters des Krisenzentrums des Gesundheitsministeriums, Rustam Pakaya, bislang 715 Tote geborgen. Mehr als 2.000 Menschen wurden verletzt, Tausende werden noch vermisst. Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono sagte in Jakarta: "Bereiten wir uns auf das Schlimmste vor".

Es fehlt an Maschinen

Allein in der 900.000-Einwohnerstadt Padang zerstörte oder beschädigte das erste schwere Erdbeben vom Mittwoch 500 Häuser, 376 Tote wurden hier bislang geborgen. Die Rettungsarbeiten gestalteten sich äußerst schwierig. Da schwere Baumaschinen fehlen, war es vielfach unmöglich, die riesigen Betonplatten wegzuheben, die auf den Trümmern liegen. Den Helfern läuft aber inzwischen auch bei der Bergung der Toten die Zeit davon. In der tropischen Hitze beginnen die Leichen zu verwesen. In den Moscheen wurden Vorbereitungen für Massenbeisetzungen getroffen.

Auf den Flugplätzen in der Umgebung trafen inzwischen tonnenweise Hilfsgüter wie Wasser, Medikamente und Lebensmittel ein. Zelte wurden an die Zehntausenden Obdachlosen ausgegeben. Russland schickte zwei Flugzeuge, bei denen auch Ärzte und Helfer an Bord waren, die Schwerverletzte behandeln sollten. Finanzielle Zusagen und Hilfsgüter kamen auch aus Deutschland, Australien, China, Japan, der EU, Malaysia, Singapur, der Schweiz und den USA.

Zahl der Toten nach Tsunami bei 160

Auf den von einem Erdbeben und Tsunami getroffenen Samoa-Inseln im Pazifik lief unterdessen die internationale Hilfe an. Kolonnen von Militärfahrzeugen brachten den Einwohnern Lebensmittel, Medikamente und Trinkwasser. Die Zahl der Toten stieg auf den betroffenen drei Inseln Samoa, Amerikanisch-Samoa und Tonga nach amtlichen Angaben auf 160.

Quelle: AP/AFP

 
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