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"Hidschab Cosplay"-Szene
Wie das Kopftuch zum Cinderella-Kostüm wird

Cosplay-Trend unter Musliminnen: Kopftuch statt Perücke
Jakarta . Immer mehr muslimische Frauen schließen sich der "Hidschab Cosplay"-Szene an und verwandeln ihre traditionelle Kopfbedeckung in Fantasy-Kostüme. So auch die 24-jährige Sindi Yanti aus Jakarta, die sich mit blauem Kleid und langem hellen Kopftuch in eine märchenhafte Cinderella verwandelt. 

Die Cosplay-Szene, die sich in den 90er Jahren von Japan ausgehend in der ganzen Welt verbreitete, ist auch in muslimischen Ländern längst zum Trend geworden. Auch dort verwandeln sich Männer und Frauen mit aufwendigen Kostümen in ihre Lieblings-Fantasy-, Film- oder Comicfigur. 

Für Frauen, die in muslimischen Ländern traditionell verschleiert sind und mindestens eine Kopfbedeckung tragen, ist die Kostümierung als Fantasy-Held oft eine große Herausforderung. Denn sie müssen ihren Hidschab - ein kapuzenartiges Kopftuch - mit ihrem Outfit kombinieren. 

Wie das funktioniert, zeigen Sindi Yanti aus Jakarta und viele weitere Anhänger der "Hidschab Cosplay"-Szene, die sich vor ihren Fantreffen aufwendige Kopftuch-Kostüme selbst schneidern. "Einen Hidschab zu tragen, sollte kein Hindernis sein" sagt Sindi. "Wir haben alle Freiheiten, kreativ zu werden." Ein paar Kriterien muss das Kostüm allerdings erfüllen: Das Gesicht bleibt zwar unverschleiert, Haare, Hals, Schulter- und Brustbereich müssen jedoch bedeckt sein. 

Auch im benachbarten Malaysia verbreitet sich dieser Trend inzwischen unter den Frauen. Mit Traditionen brechen, möchte Sindi dabei allerdings nicht: "Normalerweise versuche ich eine Figur auszuwählen, bei der das Kostüm ohnehin den größten Teil meines Körpers bedeckt", erklärt die 24-Jährige. So könne sie trotz der Verkleidung noch ihr muslimisches Erscheinungsbild erhalten. 

(mro)
 
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