Deutsche Ärztin mahnt an: Hilfsmaßnahmen in Haiti kommen nicht an
zuletzt aktualisiert: 01.02.2010 - 10:55Köln (RPO). Seit zehn Jahren versorgt die Kölner Ärztin Barbara Höfler (71) Straßenkinder in Port-au-Prince medizinisch. Nach dem schweren Erdbeben kritisiert sie nun die Koordination von Hilfsmaßnahmen in Haiti. Bei den Ärmsten der Armen komme die Hilfe nicht an, sagte Höfler dem Deutschlandfunk in Köln.
Die deutsche Ärztin, die mit dem Salesianerorden zusammenarbeitet, kritisierte die haitianische Regierung, die seit dem Erdbeben völlig untergetaucht sei. Auch die Übernahme des Kommandos durch die Amerikaner habe nicht zu Verbesserungen geführt. Stattdessen nehme die Bevölkerung den Einmarsch der Amerikaner weithin als Besatzung war.
Die Ärmsten wohnten zum Teil in Gegenden, "die als sehr gefährlich gelten und freiwillig von niemandem angefahren werden", so Höfler. Essen und Wasser gebe es hier nicht. Vielerorts seien ihr halbverhungerte Kinder begegnet, ein Baby habe sie an Flüssigkeitsmangel sterben sehen. Zudem litten besonders die Slumbewohner unter schweren Verletzungen wie Verbrennungen und Frakturen, die nur mangelhaft medizinisch versorgt würden. "Man amputiert alles, was kompliziert zu versorgen ist", so Höfler.
Am Wochenende hatten haitianische Behörden vor einem wachsenden Problem des Kinderhandels nach dem schweren Erdbeben gewarnt. Zahlreiche Kinder hätten Medienberichten zufolge das Land verlassen, ohne dass das Institut für Wohlfahrt eine Genehmigung erteilt habe. Seit dem Beben am 12. Januar sei "alles chaotisch und einige Leute nutzen das aus, indem sie einen regelrechten Kindeshandel betreiben", fügte Pierre hinzu.
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