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Trampender Roboter
Unbekannte zerstören "hitchBOT"

hitchBOT von Unbekannten in Philadelphia zerstört
Es ist eines der letzten Bilder des trampenden Roboters: Am 24. Juli 2015 nahm ihn jemand mit zu einem Baseballspiel. Nun haben Unbekannte "hitchBOT" zerstört. FOTO: ap
Boston. Können Roboter dem Menschen blind vertrauen? Dieser Frage gingen Forscher nach, indem sie hitchBot entwickelten, einen auf die Hilfe freundlicher Zeitgenossen angewiesenen Roboter. Nun ist hitchBot auf seinem USA-Roadtrip zerstört worden.

Der USA-Roadtrip von hitchBOT hat nach nur zwei Wochen ein jähes Ende gefunden: In Philadelphia sei der Roboter am Samstag derart zerstört worden, dass er nicht mehr zu reparieren sei, teilten kanadische Wissenschaftler der Nachrichtenagentur AP mit. Frauke Zeller, eine der Schöpfer von hitchBot, zeigte sich sehr geknickt.

"Leider, leider ist es jetzt vorbei", sagte sie. Per Anhalter war der kindsgroße Roboter mit dem digitalen Grinsen schon 26 Tage lang durch Kanada gereist, später durch Teile Europas.

Hitchbot trampt durch Deutschland FOTO: dpa, jka sab

Dabei musste sich hitchBot auf die Hilfe freundlicher Zeitgenossen verlassen, denn er kann sich von alleine nicht bewegen.

Am 17. Juli hatte sich der Roboter die USA vorgenommen: In Marblehead im Staat Massachusetts ging es los, in der Westküstenmetropole San Francisco sollte das Abenteuer enden. Dazwischen sollte hitchBot an den berühmten amerikanischen Sehenswürdigkeiten wie Mount Rushmore und dem Grand Canyon Halt machen. Doch daraus wurde nichts. Der Roboter kam leider nie über die Ostküste hinaus.

Dabei hatte die Reise vielversprechend begonnen. Wie geplant nahmen Leute den Roboter mit. So wurde er im Großraum Boston gesichtet und verbrachte dort einige Zeit an der Küste. Zudem schleppte ihn jemand zu einem Spiel der Baseballmannschaft Red Sox mit - und erfüllte hitchBot damit einen der Wünsche, die ihm auf einer Liste mitgegeben worden waren.

Rhetorische Eisbrecher-Qualitäten hatte er auch. Der humanoide Reisegefährte konnte Oberflächlichkeiten von sich geben und war zu begrenzter Konversation fähig. Charmant und frech konnte er auch sein, wie seine Entwickler vor dem US-Roadtrip sagten.

Über ein in den Roboter integriertes GPS-System ließ sich seine Lage zurückverfolgen und per Kamera alle 20 Minuten Schnappschüsse von seinen Reisen schießen. Zwar bekamen die Entwickler ein Bild vom zerstörten hitchBot, doch konnten sie zunächst nicht dessen Standort ermitteln, weil die Batterie zur Neige gegangen war. Wer ihn zerstört hat und warum, wüssten sie nicht, sagten die Entwickler.

Nachdem der Roboter nun zerstört worden sei, mache sie sich nun am meisten Sorgen um Kinder, die hitchBot geliebt hätten und ihm über die sozialen Medien gefolgt seien, sagte Zeller. Daher werde ihr Team das letzte Foto von ihm wohl nicht veröffentlichen, um traurige junge Fans zu schützen.

Ziel des Projekts war es eigentlich, zu untersuchen, wie Leute auf einen Roboter reagieren, der zur Abwechslung mal ihre Hilfe braucht. Denn sonst werden Roboter ja konzipiert, um Menschen das Leben einfacher zu machen.

(ap)
 
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