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Versteigerung in England: Hitler-Gemälde wechseln für 170.000 Euro den Besitzer

zuletzt aktualisiert: 26.09.2006 - 18:21

Lostwithiel/England (rpo). Die 21 Aquarelle und zwei Zeichnungen von Adolf Hitler sind bei einer Versteigerung in England zu wahren Verkaufsschlagern geworden. Insgesamt brachten Hitlers Werke einen Erlös von 115.000 Pfund (170.000 Euro).

Die einzelnen Werke wurden zwischen 3.200 und 10.500 Pfund (4.760 bis 15.600 Euro) gehandelt, wie Chris Walton, ein Sprecher des Auktionshaus Jefferys, mitteilte. Es waren Werke, die Hitler allem Anschein nach während des Ersten Weltkriegs in Flandern anfertigte. Walton erklärte, sie seien wohl eher von historischem als von künstlerischem Wert.

Walton räumte ein, dass die Versteigerung einige Kontroversen ausgelöst habe. Er vertrat jedoch die Ansicht, dass die vor fast 100 Jahren entstandenen Bilder unabhängig von der späteren Rolle Hitlers gesehen werden sollten.

Von der Echtheit überzeugt

Die Gemälde wurden auf einem Bauernhof in Belgien gefunden - nicht weit vom Einsatzort Hitlers im Ersten Weltkrieg. Die anonymen Besitzer ließen sich laut Walton von Experten bestätigen, dass die Bilder tatsächlich von Hitler stammten. Diese Experten seien inzwischen allerdings verstorben, so dass letzte Zweifel nicht ganz ausgeräumt werden könnten. Er sei dennoch von der Echtheit der Bilder überzeugt, betonte Walton.

Die Bewohner der Kleinstadt Lostwithiel im Südwesten Englands hatten der Auktion mit gemischten Gefühlen entgegengesehen. Während einige es begrüßten, dass die vom Tourismus abhängige Kleinstadt dank der Auktion mehr Publicity erhalte, äußerten andere ihren Unmut darüber, nunmehr mit Hitler assoziiert zu werden. Rhonda Barad vom Simon-Wiesenthal-Zentrum sprach von einer sehr schlechten Entscheidung. Die meisten Auktionshäuser nähmen Rücksicht auf die Gefühle der NS-Opfer und böten ganz bewusst keine Gemälde von Hitler an, deren Verkauf in vielen Ländern ohnehin verboten sei.

Quelle: ap

 
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