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Rita wird schwächer: Houston ohne Strom und New Orleans unter Wasser

zuletzt aktualisiert: 24.09.2005 - 15:46

Beaumont/Miami (rpo). Mit heftigen Regenfällen und Windgeschwindigkeiten von bis zu 195 Stundenkilometern ist der Hurrikan Rita an der Südküste der USA auf Land getroffen. In Houston waren rund eine halbe Million Menschen ohne Strom. In New Orleans standen zwei Stadtteile knapp vier Wochen nach "Katrina" erneut unter Wasser, nachdem ein Damm gebrochen war.

Das Auge des Wirbelsturms erreichte die Küste am frühen Samstagmorgen im texanischen Sabine Pass. Bei seinem Zug durch das Landesinnere verlor der gefürchtete Sturm zwar an Kraft und wurde auf die Hurrikan-Stufe zwei herabgestuft, richtete jedoch große Schäden an.

Sabine Pass, wo "Rita" um 03.39 Uhr Ortszeit (09.39 Uhr MESZ) auf Land traf, liegt in der Nähe der Grenze zum US-Bundesstaat Louisiana. Der Hurrikan richtete auf einer Breite von mehreren hundert Kilometern zwischen Texas und Louisiana schwere Schäden an. Dachziegel, Äste, abgerissene Reklameschilder und Trümmer flogen durch die Luft, vielerorts wurden die Stromleitungen gekappt.

Öl- und Chemieanlagen

Auf ihrem Zug Richtung Norden schwächte sich "Rita" weiter ab. Auf Stufe zwei der Hurrikan-Skala erreichten die Winde noch Höchstgeschwindigkeiten von 160 Stundenkilometern. Vermutlich werde der Sturm weiter an Kraft verlieren, teilte das NHC mit. Er traf aber eine Region mit wichtigen Öl- und Chemieanlagen, etwa die Hafenstadt Port Arthur im Südosten von Texas. Dort befürchteten die Behörden, dass die "Energy City" am Sabine Lake überflutet werden könnte.

Der Sturm bewegte sich mit rund 20 Stundenkilometern vorwärts in Richtung Nordwest. Um 14.00 Uhr MESZ befand sich das Auge des Sturms zwischen den Städten Jasper und Beaumont im Südosten von Texas. Die 114.000-Einwohner-Stadt Beaumont, etwa 50 Kilometer von der Küste entfernt, war praktisch menschenleer. Fast drei Millionen Menschen waren aus dem Küstengebiet geflohen, angeblich allein mehr als eine Million aus der texanischen Stadt Houston. Rund 500.000 Haushalte waren ohne Strom, wie ein Sprecher der Houston Stadtverwaltung sagte. Es bestehe nach wie vor die Gefahr von Überschwemmungen.

Damm gebrochen

In New Orleans richteten die jüngsten Überschwemmungen neue Schäden an, stellenweise stand das Wasser 2,40 Meter hoch. Der verarmte Stadtteil Lower Ninth Ward östlich des historischen "French Quarter" war komplett überflutet, nachdem Wassermassen am Freitag den provisorisch reparierten Deich entlang des Industrial Canal überstiegen hatten. Stellenweise ragten nur noch die Dächer aus dem Wasser und riefen Erinnerungen an die Hurrikan-Katastrophe vor knapp einem Monat wach. Derselbe Damm brach einige Stunden später an anderer Stelle im Ostteil der Stadt.

In der texanischen Stadt Galveston brach in der Nacht zum Samstag ein Feuer aus. Mehrere Gebäude im historischen Viertel standen in Flammen, der Brand konnte jedoch laut Fernsehberichten am frühen Morgen gelöscht werden. Überflutungen wurden aus Lake Charles in Louisiana gemeldet; in der Stadt Natchitoches fielen 130 Liter Wasser pro Quadratmeter.

Meeresspiegel steigt

Entlang der Küste könnte der Meeresspiegel bis zu fünf Meter über den Normalstand steigen, in Flussmündungen und Buchten sogar auf bis zu sechs Meter über Normal. Dann drohen Überschwemmungen riesigen Ausmaßes. Experten warnten zudem vor bis zu 4,5 Meter hohen Flutwellen. Einzelne Tornados könnten in Texas, Louisiana, Arkansas und Mississippi entstehen, warnten die Experten.

Das Ausmaß der Schäden könne erst bei Tagesanbruch abgeschätzt werden, sagte der Direktor der US-Notstandsbehörde FEMA, David Paulison, dem TV-Sender Fox. Die FEMA sei bereit, in den Katastrophengebieten einzugreifen, sobald der Wind sich etwas lege. Das US-Gesundheitsministerium rief am Samstag den Notstand in Texas und Louisiana aus. Damit können Städte und Krankenhäuser mit Bundeshilfen beliefert werden. 

Quelle: afp

 
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