Winter-Chaos im Ärmelkanal: Hunderte Passagiere stecken im Tunnel fest
zuletzt aktualisiert: 19.12.2009 - 08:16London (RPO). Durch den heftigen Wintereinbruch in Europa ist auch der Zugverkehr im Ärmelkanaltunnel zwischen Großbritannien und Frankreich zum Erliegen gekommen. Drei Eurostar-Züge mit hunderten Passagieren steckten am frühen Samstagmorgen in dem Tunnel fest, wie ein Sprecher der Betreibergesellschaft mitteilte.
Grund waren offenbar technische Probleme, die durch die eisige Kälte in der Kanalregion ausgelöst wurden. Der Zugverkehr wurde den Angaben des Sprechers zufolge zunächst ausgesetzt: "Die Tunnel sind im Moment geschlossen." In den frühen Morgenstunden steckten drei Züge mit insgesamt rund 2000 Passagieren an Bord in dem Tunnel fest.
Nach Angaben des Sprechers sollten die Eurostar-Züge von einer Lokomotive aus dem Tunnel gezogen werden. Ein vierter Zug war bereits zuvor liegen geblieben und nach London geschoben worden.
Die Passagiere aus zwei Zügen sollten am frühen Morgen mit einem leeren Autozug abgeholt werden. Die Insassen des dritten Eurostars mussten sich länger gedulden. Der Sprecher machte keine Angaben darüber, bis wann die Menschen aus dem Zug geholt werden sollten. "Wir hoffen, das so schnell wie möglich hinzukriegen." Allerdings handele es sich um sehr viele Passagiere, die in den Zügen festsäßen. Demnach rechneten die Betreiber mit bis zu 700 Insassen in jedem der drei Eurostars.
Die Panne wurde vermutlich durch die eisige Kälte in der Kanalregion ausgelöst. "Wegen des Wetters, des Schnees und der extremen Kälte haben wir schwere Probleme mit unseren Zügen", sagte der Eurostar-Sprecher. Die Passagierzüge hatten offenbar technische Schwierigkeiten wegen des extremen Temperaturunterschieds zwischen der eiskalten Umgebung und dem warmen Tunnel. Bereits im Februar hatten Passagiere stundenlang in blockierten Eurostar-Zügen zwischen London und Paris festgesessen, weil außergewöhnliche Schneefälle die Funktionsfähigkeit der Züge beeinträchtigt hatten.
Die drei am Samstagmorgen noch feststeckenden Züge waren alle auf dem Weg von Paris nach London in derselben Röhre liegen geblieben. Zwei weitere Züge auf dem Weg nach Großbritannien fuhren den Angaben zufolge nach Paris und Brüssel zurück. Der heftige Wintereinbruch hatte bereits am Freitag in mehreren Ländern Westeuropas zu einem Verkehrschaos geführt. Auch Frankreich und Großbritannien waren von den Auswirkungen betroffen.
Die Eurostar-Züge verkehren zwischen London und Paris sowie London und Brüssel durch den Ärmelkanaltunnel. Die Verbindung zwischen London und Paris dauert zwei Stunden und 15 Minuten und eine Stunde und 51 Minuten zwischen der britischen Hauptstadt und Brüssel.
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