Acht US-Soldaten und sieben Afghanen getötet: Hunderte Taliban überfallen Stützpunkte
zuletzt aktualisiert: 04.10.2009 - 19:05Kabul (RPO). Bei einem der heftigsten Gefechte seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes sind am Wochenende acht amerikanische Soldaten und sieben einheimische Sicherheitskräfte getötet worden. Ausgelöst wurden die blutigen Kämpfe von einem Überfall hunderter Taliban auf zwei Stützpunkte an einem Berg in der ostafghanischen Provinz Nuristan, nahe der Grenze zu Pakistan.
Etwa 300 Taliban-Kämpfer hätten am Samstag im Morgengrauen von zwei Seiten aus zunächst den Stützpunkt am Fuß des Bergs angegriffen, sagte der Polizeichef von Nuristan, Mohammad Kasim Dschangulbagh. Danach attackierten sie den Posten am Gipfel, der von US-Truppen gesichert wurde.
Die US-Luftwaffe griff mehrfach mit Luftschlägen in die Kämpfe ein. In einer Erklärung der US-Streitkräfte hieß es, der Angriff sei zurückgeschlagen worden, dem Gegner seien schwere Verluste zugefügt worden. Zunächst wurden mindestens fünf Angreifer nach Angaben Dschangulbahs tot aufgefunden. Afghanische Truppen wurden zur Verstärkung in die Region entsandt.
Die Taliban-Kämpfer nahmen nach Angaben Dschangulbaghs auch 15 afghanische Polizisten gefangen, darunter den örtlichen Polizeichef und seinen Stellvertreter. Über ihr Schicksal werde ein Rat entscheiden, sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid. Die Nordostprovinzen Nuristan und Kunar gelten als Hochburg der Terrororganisation Al Kaida.
Obamas Berater sieht keine Rückkehr der Taliban
Der Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, James Jones, geht dennoch nicht davon aus, dass die Taliban Afghanistan unter ihre Kontrolle bringen. "Ich sehe keine Rückkehr der Taliban", sagte er in Fernsehinterviews am Sonntag. "Afghanistan ist nicht unmittelbar gefährdet, zu fallen." Auch die Präsenz Al Kaidas gehe zurück.
Jones verwies weiter auf die jüngste pakistanische Offensive gegen Extremisten in der Grenzregion. Die afghanische Regierung von Präsident Hamid Karsai rief er auf, mit wirtschaftlichen Fortschritten zu punkten und dem Volk Hoffnung zu geben. US-Oberbefehlshaber Stanley McChrystal hat im Gegensatz zu Jones vor einem Vormarsch der Taliban gewarnt und weitere Truppen gefordert.
Anschlag in Kundus
Auf einem Markt in der Nordprovinz Kundus kamen am Samstag drei Menschen bei einem Bombenanschlag ums Leben. Der auf einem Motorrad platzierte Sprengsatz wurde ferngezündet. Kundus ist Haupteinsatzgebiet der in Afghanistan stationierten Bundeswehrsoldaten. In der ebenfalls im Norden gelegenen Provinz Balch fuhr ein finnischer Militärkonvoi auf eine Straßenbombe. Vier Soldaten wurden verletzt.
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