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85-jährige Holocaust-Überlebende: Hungerstreik für Gaza-Gedenkmarsch

zuletzt aktualisiert: 28.12.2009 - 18:49

Kairo (RPO). Eine 85-jährige Überlebende des Holocaust ist in Kairo in Hungerstreik getreten, um gegen das Verbot eines Gedenkmarsches anlässlich des ersten Jahrestags der Gaza-Offensive zu protestieren.

Die Holocaustüberlebende Hedy Epstein ist in Kairo in einen Hungerstreik für den Gaza-Streifen getreten.  Foto: AFP, AFP
Die Holocaustüberlebende Hedy Epstein ist in Kairo in einen Hungerstreik für den Gaza-Streifen getreten. Foto: AFP, AFP

Sie habe am Montag die Nahrungsaufnahme eingestellt, weil die ägyptischen Behörden den von mehreren internationalen Organisationen organisierten Gedenkmarsch zum Gazastreifen untersagt hätten, sagte Hedy Epstein der Nachrichtenagentur AFP.

"Ich habe das noch nie gemacht, ich weiß nicht, wie mein Körper reagieren wird." Epsteins aus Freiburg im Breisgau stammende Familie war von den Nazis umgebracht worden, Epstein entkam 1939 nach England. Seit den 70er Jahren reist sie um die Welt, um über die Schrecken des Zweiten Weltkriegs zu berichten.

Mit Epstein traten einige weitere ältere Menschen in den Hungerstreik. Sie versammelten sich mit hunderten weiteren Aktivisten vor dem UN-Büro in Kairo, nachdem sie die Vereinten Nationen um Vermittlung in dem Streit gebeten hatten. Einige Teilnehmer der Kundgebung schwenkten eine große Palästinenserflagge, in Sprechchören forderten die Aktivisten in verschiedenen Sprachen "Freiheit für den Gazastreifen".

Vergangene Woche hatten 1400 Aktivisten aus 43 Ländern einen Gedenkmarsch in Rafah, einer teils in Ägypten, teils im Gazastreifen gelegenen Stadt, angekündigt. Die ägyptischen Behörden hatten die Kundgebung jedoch mit Verweis auf die "sensible Lage in diesem Gebiet" verboten. Jede Zuwiderhandlung werde geahndet. Die Zahl der Straßensperren in dem Gebiet sei erhöht worden, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte.

Israel hatte am 27. Dezember 2008 die Offensive "Gegossenes Blei" im Gazastreifen begonnen, um die Raketenangriffe aus dem Gebiet auf israelischen Boden zu unterbinden. Bei der dreiwöchigen Militäraktion wurden mehr als 1450 Palästinenser getötet.

Quelle: AFP/felt

 
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