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Hurrikan "Harvey" in den USA
Texaner fürchten gewaltige Sturmflut

Hurrikan "Harvey" steuert auf Texas zu
Hurrikan "Harvey" steuert auf Texas zu FOTO: afp, jr
Washington. Mit riesiger Kraft zieht Hurrikan "Harvey" auf Texas zu. Drei große Gefahren bringt er mit sich: eine Sturmflut, heftigen Wind und gewaltige Regenmengen - womöglich über Tage.

Den USA droht am Wochenende der schwerste Hurrikan seit zwölf Jahren. Mit gewaltigen Regenmengen zog Hurrikan "Harvey" auf die texanische Golfküste zu. In der Nacht zum Samstag sollte er auf Land treffen. "Texas steht davor, ein erhebliches Desaster zu erleben", sagte der Direktor des nationalen Katastrophenschutzes Fema, Brock Long, am Freitag dem Sender CNN.

Das nationale Hurrikan-Center der USA stufte den Sturm in die Kategorie zwei von fünf ein, er stand aber kurz vor Stufe drei. Windgeschwindigkeiten von 180 bis deutlich über 200 Kilometer pro Stunde sind möglich.

"Ich fürchte eine epische Flutkatastrophe"

Der Sturm wird auch die erste große Naturkatastrophe in Präsident Donald Trumps Amtszeit werden. "Ich will nicht dramatisch klingen, aber ich fürchte eine epische Flutkatastrophe", twitterte der Ex-Präsident der meteorologischen Gesellschaft der USA, Marshall Sheperd. Experten befürchten, dass mancherorts insgesamt bis zu 75 Zentimeter Regen pro Quadratmeter fallen können, in einer Sturmflut sogar deutlich mehr. Im Schnitt sollen es 30 bis 55 Zentimeter pro Quadratmeter sein.

Betroffen ist ein von insgesamt 16 Millionen Menschen bewohntes Gebiet in Südtexas zwischen der Stadt Brownsville und der Millionenmetropole Houston mit einem Küstenstreifen von etwa 560 Kilometern Länge. "Das Fenster für die Evakuierung schließt sich rasch", sagte Fema-Direktor Long. Fernsehbilder zeigten am Freitag lange Autokolonnen mit Abreisenden, Supermärkte sind komplett leergekauft, Flüge wurden gestrichen.

Evakuierung war freiwillig

Für die Einwohner von sieben Bezirken an der Küste wurde eine Evakuierung angeordnet, sie müssen sich dem aber nicht beugen. In der Hafenstadt Corpus Christi mit gut 300.000 Einwohnern ist nach Angaben von Reportern vor Ort und der Zeitung "Caller Times" das öffentliche Leben weitgehend heruntergefahren. Dort war eine Evakuierung zunächst nur freiwillig.

Wenn es schlecht läuft und der Sturm weiter nur langsam weiterzieht, könnte es bis in die nächste Woche hinein zwischen vier und sechs Tagen Sturzregen geben. Schlimmstenfalls könnte der Hurrikan tagelang über dem Bundesstaat hin- und herwandern. Das Hurrikanzentrum warnte vor Überflutungen auch im Bundesstaat Louisiana und im nördlichen Mexiko Anfang der kommenden Woche. "Harveys Fußabdruck wird gewaltig sein, weil er so lange dauert", schrieb die "Washington Post".

(veke/dpa)
 
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