Trend in der Schweiz: Hustenpille als Partydroge
zuletzt aktualisiert: 28.04.2008 - 16:45Zürich (RPO). Jugendliche in der Schweiz haben nun eine neue Methode entdeckt, sich auf Partys in einen Rausch zu versetzen. Anstatt wie in früheren Zeiten auf Alkohol zurück zu greifen, wählen sie nun frei verkäufliche Hustenpillen. Doch das ist durchaus gefährlich.
Die Tabletten mit dem Wirkstoff Dextromethorphan haben - bei übermäßigem Konsum - eine berauschende Wirkung. Im Internet tauschen die Jugendlichen mittlerweile ihre Erfahrungen mit dem Rauschmittel aus. Sie prahlen mit Tripberichten, geben Tipps zur Dosierung. Hugo Kupferschmidt, Direktor des Schweizer Toxikologischen Informationszentrums bestätigt dem Schweizer "Sonntagsblick": "Die Anfragen zum Wirkstoff haben deutlich zugenommen." Auch Apotheken melden eine deutlich stärkere Nachfrage nach dem Medikament.
Gefährlich ist das Medikament, weil es den Wirkstoff Dextromethorphan enthält. Er ist wie Heroin ein Morphinabkömmling. "Eine Überdosis kann zu Unruhe, Halluzinationen und Verwirrung führen, sehr hohe Dosen zu Bewusstlosigkeit, epileptischen Anfällen und Atemstillstand", so der Experte gegenüber dem "Sonntagsblick". In den USA forderte Dextromethorphan bereits mehrere Todesopfer und wurde deshalb unter Rezeptpflicht gestellt.
In Deutschland ist der Wirkstoff ebenfalls in frei verkäuflichen Hustenstillern enthalten, allerdings in deutlich geringerer Konzentration.
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