Gerüchte um Herzanfall: Ian Paisley in Klinik eingeliefert
zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 - 17:55Belfast (RPO). Ian Paisley, ehemaliger Erster Minister in Nordirland und Papstkritiker, muss sich einem Krankenhausaufenthalt unterziehen. Laut unbestätigten Berichten hat er einen Herzanfall erlitten.
Der 85-Jährige sei am Sonntag in das Ulster Hospital in Belfast eingeliefert worden, meldete die Zeitung "Belfast Telegraph".
Paisley, der zugleich Pastor der Freien Presbyterianischen Kirche ist, führte fast 40 Jahre lang die radikal-protestantische "Democratic Unionist Party" in Nordirland. Kurz vor Weihnachten verabschiedete er sich auch von der Predigerkanzel. In der Martyrs Memorial Church in Belfast sprach Paisley am vierten Adventssonntag über "die Dinge, in denen man Gott nicht schlagen kann, wie die Ewigkeit und den Tod". Ein Christ müsse sich jeden Tag "auf Überraschungen einstellen, denn unser Gott ist ein Gott der Überraschungen".
Paisleys Leben war selbst von unerwarteten Wendungen geprägt. Vor 60 Jahren gründete er die Freie Presbyterianische Kirche und die "Democratic Unionist Party". Nachdem er lange Zeit als kompromissloser Vertreter unionistischen Interessen in Nordirland agierte, bildete er 2007 zusammen mit dem Sinn-Fein-Politiker und ehemaligen IRA-Mitglied Martin McGuinness eine Allparteienregierung.
Johannes Paul II. als "Antichrist" beschimpft
Auch als Papstkritiker machte Paisley von sich reden. So protestierte er im September 2010 mit Transparenten gegen den Besuch Benedikts XVI. in Edinburgh. 1988 attackierte er Johannes Paul II. bei dessen Rede im Europäischen Parlament als "Antichrist".
Über sein eigenes Leben äußerte sich Paisley bescheiden. "Die Menschheit wird durch Gott auf ihren rechten Platz gesetzt, und wenn man sich mit der Allmacht Gottes vergleicht, ist der Mensch eine sehr schwache Person, die seine Kraft braucht, um etwas zu schaffen", sagte er nach seiner Abschiedspredigt einer irischen Tageszeitung. "Wir sind alle schwach. Sogar der stärkste Mensch ist nur ein Zwerg."
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