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Wirtschaftsaufschwung: Inder haben mehr Handys als Toiletten

zuletzt aktualisiert: 14.03.2012 - 19:31

Neu Delhi (RPO). Nach dem Siegeszug des Handys in der aufstrebenden Wirtschaftsmacht Indien haben dort inzwischen mehr Haushalte ein Mobiltelefon als eine Toilette. 53,2 Prozent verfügen über ein Handy, wie aus am Mittwoch im Internet veröffentlichten Statistiken hervorgeht. In weniger als der Hälfte aller Behausungen (46,9 Prozent) können die Bewohner eine Toilette nutzen, wie die bei der jüngsten Volkszählung 2011 erhobenen Daten weiter ergaben.

Im Kommunikations- wie auch im Sanitätsbereich hat Indien damit große Fortschritte gemacht. 2001 besaß nicht einmal jeder zehnte Haushalt (9,1 Prozent) ein Telefon, inzwischen sind es 63,2 Prozent - Festnetz- und Mobilfunkanschlüsse zusammengerechnet. Über eine Toilette verfügten vor zehn Jahren nur 37 Prozent.

Zahlreiche arme Inder müssen ihre Notdurft im Freien verrichten, etwa auf Feldern. Auf dem Land verfügt nicht einmal ein Drittel der Haushalte (30,7 Prozent) über eine Toilette. Landesweit haben nur 58 Prozent eigene Waschmöglichkeiten, vor zehn Jahren lag dieser Wert bei 36 Prozent. Lediglich ein knappes Drittel (32 Prozent) hat Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mangelnde Hygiene und damit einhergehende Krankheiten sind immer noch ein großes Problem in Indien mit seinen über 1,2 Milliarden Einwohnern.

Zwar gibt es in Indien inzwischen international bekannte Hightech-Metropolen wie Bangalore. Landesweit aber ist das Internet noch kaum verbreitet. Nur 3,1 Prozent der Haushalte sind online, 9 Prozent haben einen Computer. Fernsehgeräte sind dagegen in 47,2 Prozent der Haushalte zu finden (2001: 31,6 Prozent), Radios sind mit 19,9 Prozent schwächer vertreten als 2001 (31,5 Prozent).

Zum Kochen verwenden mehr als zwei Drittel der Haushalte (67 Prozent) immer noch Feuerholz, getrockneten Kuhdung oder Kohle. 29 Prozent nutzen den Statistiken zufolge Gas. Das ist ein Plus von elf Prozentpunkten verglichen mit 2001. Menschen mit Gasanschlüssen leben zumeist in den Städten.

 

Quelle: dpa

 
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