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Indien
Hindu-Extremisten verprügeln Frauen wegen Rindfleisch

Neu Delhi. Mutmaßliche Hindu-Extremisten haben in Indien zwei muslimische Frauen angegriffen, weil sie angeblich Rindfleisch bei sich hatten. Kühe gelten vor allem den Hindus als heilig. 

Handyvideos zeigen, wie zwei Frauen auf einem Bahnhof im Bundesstaat Madhya Pradesh von Angreifern geschlagen und getreten werden, bis eine von ihnen zusammenbricht. Die Polizei habe die beiden Frauen festgenommen, berichtete der Sender NDTV. Die Angreifer blieben zunächst auf freiem Fuß.

Die Polizei sagte, die Frauen hätten keine Genehmigung für den Verkauf des Fleisches. Ein Tierarzt stellte fest, dass es sich um Büffelfleisch gehandelt hatte und nicht um Rind. Das Schlachten von Büffeln ist in Indien erlaubt. Der Innenminister von Madhya Pradesh versprach, gegen die Extremisten vorzugehen.

Das Schlachten von Kühen ist in mehreren indischen Bundesstaaten untersagt, Berichte darüber hatten in den vergangenen Monaten immer wieder zu Spannungen geführt. Im vergangenen Jahr wurde ein Muslim in Uttar Pradesh nach Gerüchten, dass er Rind gegessen habe, getötet. Hindus stellen die Bevölkerungsmehrheit in Indien; etwa 180 Millionen unter 1,25 Milliarden Indern sind Muslime.

(crwo/dpa)
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