| 19.19 Uhr

Sexuelle Belästigung
Mutige Inderin zerrt Angreifer an den Haaren zur Polizei

Indien: Pradnya Mandhare zerrt Angreifer an den Haaren zur Polizei
Die indische Studentin Pradnya Mandhare wurde am helllichten Tag belästigt. FOTO: Facebook/Pradnya Mandhare
Mumbai. Am helllichten Tag wird die Studentin Pradnya Mandhare von einem betrunkenen Mann in Indien belästigt: Als ihr keiner zu Hilfe eilt, überwältigt sie den Angreifer selbst und schleift ihn an den Haaren zur Polizei. 

Auf dem Weg nach Hause stand Pradnya Mandhare, Medizinstudentin am Sathaya College in Mumbai, an einer Bushaltestelle, als sich ein betrunkener Mann näherte. Er kam auf sie zu und begann, sie gegen ihren Willen anzufassen. Doch die Studentin ließ sich von dem betrunkenen Mann nicht einschüchtern und wehrte sich nach Kräften.

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"Die Leute hielten an, um zu gaffen, aber keiner fragte, was los sei", sagte Pradnya gegenüber dem "Daily Telegraph". Rund 50 Menschen sollen bei dem Übergriff am frühen Nachmittag auf dem Bahnsteig gewesen sein. "Nicht einer" habe sich verpflichtet gefühlt einzugreifen, erklärte sie weiter. Mit ihrer Tasche schlug sie zunächst auf den Mann ein. Schließlich erwischte sie ihn an den Haaren und ließ auch nach dem Flehen des Mannes nicht los.

"Wir sind keine Objekte, die jeder anfassen kann"

Anschließend schleifte Pradnya Mandhare ihn an den Haaren selbst zur Polizei. Nach ihrer mutigen Tat erklärte die junge Inderin dem indischen Nachrichtensender "NDTV", dass jede Frau zurückschlagen und sich wehren sollte. "Ich bin dankbar, dass die Polizei den Mann verhaftet hat, und ich bat sie, ihm eine Lektion zu erteilen, damit er so etwas nicht noch einmal versucht. Wir sind keine Objekte, die jeder einfach so anfassen kann."

Die Polizei hat den Angreifer festgenommen. Der Mann mit dem Namen Chavan Chowdee (25) sei nach Angaben der Polizei drogenabhängig. In ihrem Land wid Pradmya Mandhare nun als Vorbild für andere Frauen gefeiert, die im Falle eines Übergriffs das Gesetz in ihre eigene Hand nehmen und sich wehren sollen, berichtet "Daily Mail". 

(RPO)
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