Gefechte bei Großoffensive in Afghanistan: Internationale Armee verzeichnet Erfolge
zuletzt aktualisiert: 15.02.2010 - 15:18Laschkar Gah (RPO). Die afghanische Armee hat am dritten Tag der Großoffensive im Süden weitreichende militärische Erfolge vermeldet. Die Bezirke Mardscha und Nad Ali in der Unruheprovinz Helmand würden nahezu gänzlich von den gemischten internationalen und afghanischen Truppenverbänden kontrolliert, sagte General Aminullah Patiani am Montag. Nach Angaben der US-Armee kam es teilweise zu heftigen Gefechten mit Aufständischen.
Die radikalislamischen Taliban hätten die Gegend um Mardscha und Nad Ali geräumt, sagte Patiani, der auf afghanischer Seite den Einsatz der einheimischen und internationalen Truppen führt. Es gebe jedoch weiterhin die Gefahr von versteckten Sprengsätzen. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, General Mohammmed Sahir Asimi, sagte der Nachrichtenagentur AFP, afghanische Truppen hätten Mardscha unter Kontrolle. Es gebe "sporadische Feuergefechte". Der Einsatz stehe kurz vor dem Abschluss.
In einigen Dörfern um die Stadt Mardscha stünden die Truppen allerdings unter Beschuss, sagte der Sprecher der US-Marineinfanteristen Abe Sipe. Insgesamt seien die Soldaten auf wenig Gegenwehr gestoßen, in einigen Orten versuchten die Taliban jedoch, ihre Stellungen zu halten.
15.000 alliierte Truppen in Helmand
Rund 15.000 Soldaten sind an dem in der Nacht zum Samstag begonnenen Einsatz "Muschtarak" (Gemeinsam) in der Unruheprovinz Helmand beteiligt, darunter 4400 afghanische Soldaten. Ziel der größten Offensive seit dem Sturz des Taliban-Regimes vor neun Jahren ist es, die Rebellen aus der Region Mardscha, einem der größten Opium-Anbaugebiete der Welt, zu vertreiben. Der Bezirk stand jahrelang unter der Kontrolle von Taliban und Drogenhändlern.
Die Nato-Truppe ISAF teilte am Montag mit, ein weiterer ausländischer Soldat sei in Südafghanistan ums Leben gekommen - ohne jedoch auszuführen, ob dieser im Rahmen der Offensive starb. Auch die Nationalität wurde nicht mitgeteilt. Bisher kamen mindestens zwei Nato-Soldaten bei dem Großeinsatz ums Leben, ein Brite und ein US-Soldat.
Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums vom Sonntag verlief die erste Phase der Offensive "planmäßig". Die nächste Etappe, in der sich die Einheiten vor Ort festsetzten und Infrastruktur wie Stützpunkte und Brücken errichteten, habe begonnen. Auch der nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, James Jones, sagte, die Offensive gegen die Taliban komme "gut" voran.
Der Erfolg des Einsatzes sei erst in einem Jahr abzuschätzen, sagte der britische Generalstabschef, Jock Stirrup, der BBC. Die Soldaten bräuchten Zeit, um die Einheimischen davon zu überzeugen, die Regierung in Kabul zu akzeptieren. Dass mehrere Zivilisten bei einem fehlgeschlagenen Raketenangriff ums Leben gekommen seien, sei ein "sehr schwerer Rückschlag" für die internationalen Truppen.
Das afghanische Innenministerium gab die Zahl der Zivilisten, die bei dem Vorfall in Nad Ali getötet worden waren, am Montag mit neun an. Am Sonntag war zunächst die Rede von zwölf getöteten Zivilisten gewesen. Bei drei Todesopfern soll es sich aber um Taliban-Kämpfer handeln.
US-Außenministerin Hillary Clinton sagte Afghanistan langfristige Unterstützung zu. "Die USA werden Afghanistan nicht im Stich lassen", sagte Clinton am Sonntag beim "US-Islamic World Forum" in Doha. Auch nach dem Abzug der US-Truppen werde Washington mit einer "zivilen Präsenz" eine "langfristige Partnerschaft" mit Kabul sichern.
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