kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
panorama haiti hilfsflüge AFP 2010-01
  Foto: AFP, AFP
Kommentare ()

100.000 Tote in Haiti befürchtet: Internationale Hilfe angelaufen - USA schicken Flugzeugträger

zuletzt aktualisiert: 14.01.2010 - 06:36

Port-au-Prince (RPO). Einen Tag nach der Erdbebenkatastrophe in Haiti läuft die internationale Hilfe für die Überlebenden an. Ein Flugzeug der US-Streitkräfte landete am Mittwoch mit einem Expertenteam. Die ersten Frachtflugzeuge mit Nahrungsmitteln, Wasser, Medikamenten, Zelten und Spürhunden sind ebenfalls auf dem Weg nach Port-au-Prince. Am (heutigen) Donnerstag wird die Ankunft des US-Flugzeugträgers "USS Carl Vinson" vor der Küste von Haiti erwartet.

Auf dem Parkplatz des Hotels Villa Creole in Port-au-Prince sammeln sich immer mehr Verletzte der Erdbebenkatastrophe in Haiti. Zahllose Menschen liegen in den Zelten auf blutgetränkten Laken. Sie leiden unter Schnittwunden am Kopf, gebrochenen Knochen oder zerquetschten Rippen. Viele bleiben ohne Behandlung, es gibt zu wenig Ärzte auf dem Parkplatz.

"Ich kann es nicht mehr ertragen", klagt Alex Georges, der jetzt schon mehr als einen Tag auf Hilfe wartet. "Mein Rücken tut zu weh." Gleich neben dem 28-Jährigen liegt der tote Körper eines etwa gleichaltrigen Mannes, der vergeblich auf medizinische Versorgung gehofft hatte.

Als das Beben am Donnerstagnachmittag zuschlug, war Georges in einem Seminar mit etwa 30 anderen Studenten im Stadtteil Morne Hercule. Das Dach des Hochschulgebäude brach ein. Elf Studenten waren sofort tot, die anderen wurden verletzt.

Das ärmste Land der westlichen Hemisphäre ist völlig überfordert mit der chaotischen Situation nach dem Erdbeben der Stärke 7,0. Überall sind Gebäude eingestürzt - darunter Krankenhäuser, Schulen, Kirchen und selbst der Präsidentenpalast. Über der Hauptstadt von Haiti liegt eine Staubwolke.

Tausende, vielleicht zehntausende Tote

In der Nähe einer eingestürzten Schule wurden die Leichen von Kindern aufgestapelt. An anderen Stellen liegen die toten Körper auch Stunden nach dem Erdstoß auf der Straße. Krankenwagen umkurven die Leichen und die unter Schock stehenden Menschen, die ohne Ziel umherlaufen. Einige rufen die Namen von Angehörigen, andere rufen nach Hilfe oder beten. Am Straßenrand sitzen Verletzte mit offenen Wunden.

Auf der Website der Heilsarmee berichtet Bob Poff über die Lage in Port-au-Prince. Er sei gerade aus der Vorstadt Petionville gekommen, als die Erde zu beben begonnen habe. "Unser Lastwagen wurde wie ein Spielzeug hin und her geworfen. Als es aufhörte, sah ich aus dem Fenster, wie Gebäude den Abhang hinabrutschten." Danach kümmerten sich Poff und andere um die Bergung von Leichen. Zur Zahl der Todesopfer gibt es keine verlässlichen Angaben. Die Behörden befürchten, dass tausende, vielleicht zehntausende Einwohner ums Leben gekommen sind. Einige sprechen schon von mehr als 100.000 Toten.

Polizisten und Soldaten der UN-Friedenstruppe räumen Trümmer weg, leiten den Verkehr und kümmern sich um die Sicherheit. Aber sie können nicht verhindern, dass Plünderer durch die zerstörten Geschäfte ziehen. Um der allgemeinen Panik zu entkommen, strömen mehrere hundert Überlebende aus der Stadt. Viele von ihnen balancieren Koffer und ihre Habe auf dem Kopf.

Die Helfer bemühen sich darum, die Prioritäten zu sortieren. "Am wichtigsten ist es, verschüttete Menschen aus den Trümmern zu holen", erklärt die Leiterin der Hilfsorganisation CARE in Haiti, Sophie Perez. "Dann geht es darum, dass die Leute Nahrung und Wasser bekommen. Alles ist dringend."

Clinton brach Auslandsreise ab

US-Präsident Barack Obama sagte in Washington, er habe den Regierungsbehörden Anweisung geben, in einer "raschen" und "koordinierten" Anstrengung Menschenleben in Haiti zu retten.

Die USA schicken 2000 Marineinfanteristen, zivile Helfer, Schiffe, Transportflugzeuge und Hubschrauber in den Karibikstaat. "Wir müssen in ihrer Stunde der Not für sie da sein", sagte US-Präsident Barack Obama. Außenministerin Hillary Clinton brach eine Auslandsreise ab, um den Hilfseinsatz von Washington aus zu koordinieren.

Auch Verteidigungsminister Robert Gates sagte einen geplanten Besuch in Australien ab. Nach Einschätzung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) ist ein Drittel der neun Millionen Einwohner dringend auf Hilfe angewiesen.

UN-Mitarbeiter unter den Toten

Unter den Todesopfern ist der 63-jährige Erzbischof Joseph Serge Miot, der in seinem Büro erschlagen wurde. Senatspräsident Kelly Bastien wurde im Parlamentsgebäude verschüttet. Es gelang zunächst noch, Kontakt aufzunehmen, doch später antwortete er nicht mehr auf die Rufe der Rettungskräfte, wie der Senator Youri Latortue mitteilte.

Mindestens 16 UN-Mitarbeiter kamen ums Leben, bis zu 150 weitere werden noch vermisst, darunter auch der tunesische Leiter der UN-Friedensmission, Hedi Annabi. Mindestens 56 UN-Bedienstete wurden verletzt.

Auch das Hauptgefängnis von Port-au-Prince stürzte ein. Mehrere Gefangene sollen geflohen sein.

Hollywoodstars und Musiker rufen zu Hilfe

Zahlreiche Prominente haben in den USA zu Hilfen für die Erdbebenopfer in Haiti aufgerufen. Der amerikanisch-haitianische Sänger Wyclef Jean fordert am Mittwoch im Internetdienst Twitter dazu auf, sofort aktiv zu werden angesichts der "humanitären Katastrophe". Die internationale Gemeinschaft müsse den Menschen in Haiti in jeder erdenklichen Weise helfen. Jean BAT UM Spenden für seine Stiftung "Yele Haiti" unter www.yele. org, die er 2005 zur Unterstützung von Bildungs-, Kunst- und Sportprojekten in dem Karibikstaat ins Leben gerufen hatte.

Auch die Hollywoodstars Brad Pitt und Angelina Jolie unterstützten die Stiftung Jeans bereits. Das Schauspielerpaar zeigten sich "erschüttert" von den Nachrichten aus Haiti und rief in einer Erklärung ebenfalls zu Hilfe auf. Rund ein Dutzend weitere Stars, darunter die Schauspieler Demi Moore und Ashton Kutcher, Charlize Theron, Regisseur Oliver Stone und der Hip-Hop-Sänger P. Diddy und der Rapper LL Cool J appellierten an die Spendenbereitschaft.

Quelle: apd/csr

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online

Gewaltverbrechen in Bottrop

Mann mit Schussverletzung an Straße gefunden

Ein Mann ist am Dienstagmorgen mit einer tödlichen Schussverletzung nahe einer Bundesstraße in Bottrop gefunden worden. mehr 

Frau ließ Geschwister über Nacht alleine

Mutter des toten Mädchens schweigt

Nach dem Fund eines toten Kleinkinds in einer Wohnung im baden-württembergischen Aldingen verweigert die Mutter die Aussage. mehr 

mehr Panorama
Aus der Region

Gewaltverbrechen in Bottrop

Mann mit Schussverletzung an Straße gefunden

Frau ließ Geschwister über Nacht alleine

Mutter des toten Mädchens schweigt

Freundin konnte reanimiert werden

14-Jährige stirbt in Hamburger Badesee

Pilot kommt ums Leben

Motorsegler stürzt in Schulgebäude

Jugendliche verprügeln Frauen in Mönchengladbach

Polizei hofft auf Videomaterial aus Aachen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Trailer "James Bond Skyfall"

In dem neustens Fall wird Bonds Loyalität seiner Chefin M gegenüber auf eine harte Probe gestellt, als seine Vorgesetzte von ihrer ... mehr 

Gebäude eingestürzt

Mehrere Tote bei Erdbeben in Italien

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen hat ein heftiges Erdbeben der Stärke 5,8 Norditalien erschüttert. In Modena sind Gebäude eingestürzt. Nach Angaben von Ministerpräsident Mario Monti sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. mehr

 
 
 

Viele Kleinkinder unter den Opfern

19 Tote bei Brand in Einkaufszentrum in Katar

 

Boeing verliert Metallteile

Flugzeug muss in Toronto notlanden

 

Strahlung soll aus Fukushima stammen

Radioaktivität in Thunfischen vor US-Küste

Top-Services