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Hotdog-Wettessen in den USA
Fast-Food-Nation sucht neuen Hotdog-Champion

New York: Rekord beim 100. Hot-Dog-Wettessen gebrochen
New York: Rekord beim 100. Hot-Dog-Wettessen gebrochen FOTO: afp, et
New York. Neben dem Unabhängigkeitstag feiern die Amerikaner am Montag noch ein weiteres Event: das internationale Hotdog-Wettessen, das zum 100. Mal in New York stattfindet. Von Marcel Romahn

Der 4. Juli: In den USA feiern die Bürger an diesem Tag ihre Unabhängigkeit. Doch zehntausende Amerikaner haben an diesem Montag noch einen anderen Grund zum Jubeln. Denn das internationale Hotdog-Wettessen findet im Vergnügungspark Coney Island (Brooklyn, New York) statt. Dort messen sich die Fast Food-Junkies der Nation in einer ganz speziellen Disziplin. Innerhalb von zehn Minuten müssen sie möglichst viele Hotdogs vertilgen.

In den vergangenen Jahren haben durchschnittlich rund 35.000 Fans das große Wettessen vor Ort mitverfolgt. Darüber hinaus wird das Event für ein Millionenpublikum live im Fernsehen übertragen. Veranstalter ist die amerikanische Restaurantkette "Nathan's Famous", die jährlich zum 4. Juli eine Spende von 100.000 Hotdogs für Bedürftige in New York übergibt.

Fotos vom Essen auf Zeit FOTO: Tess O'Brien (Shea Communications)

Das erste Wettessen dieser Art fand angeblich am 4. Juli 1916 als spontanes Kräftemessen unter vier Einwanderern statt. Der damalige Sieger, dessen Name nicht klar überliefert ist, habe 13 Würstchen geschafft, damals noch ohne Brötchen. Heute fallen die Rekorde allerdings deutlich höher aus.

Weltrekord: 69 Hotdogs in zehn Minuten

Die Teilnehmer müssen sich in mehreren öffentlichen Vorausscheidungen für das große Finale qualifizieren. Der Sieger erhält am Ende 10.000 Dollar Preisgeld und die Weltmeister-Trophäe, den "Gelben Senfgürtel". Am Montag treten Titelverteidiger Matt "The Megatoad" Stonie und Joey "Jaws" Chestnut zur Revanche gegeneinander an.

Im vergangenen Jahr hatte Stonie den zuvor acht Mal triumphierenden Chestnut entthront. Er hatte in zehn Minuten 62 Würstchen samt Brötchen verschlungen. Chestnut hält allerdings immer noch den Weltrekord: 2013 vertilgte er in zehn Minuten sogar 69 Hotdogs. Beide Männer stammen aus Kalifornien.

61 Hotdogs in zehn Minuten bringen den Sieg FOTO: afp, kb/md

Bei den Frauen treten unter anderem Titelverteidigerin Miki Sudo und die dreimalige Siegerin Sonya "The Black Widow" Thomas an. Sudo hatte im vergangenen Jahr 38 Hotdogs geschafft. Den Weltrekord hält allerdings Thomas mit 45 Hotdogs.

Ungesunder "Sport"

Um die Rekorde jedes Jahr erneut in den Schatten zu stellen, bereiten sich die Teilnehmer, die das Wettessen als Sportart verstehen, auf unterschiedlichste Weise vor. Joey Chestnut nahm mehrmals bis zu vier Liter Wasser oder Milch auf einmal zu sich, um seinen Magen zu dehnen. Andere essen regelmäßig große Mengen Kohl oder Kaugummi, um die Kiefermuskeln zu stärken.

Auffällig ist, dass die weltweit besten Wettesser keinesfalls einen Bauch oder die typische Statur von Menschen haben, die zu viel Fast Food konsumieren. Im Gegenteil: Die Frauen sind zierlich, die Männer haben gut trainierte Muskeln und einen Waschbrettbauch. Nach eigenen Angaben achten sie über das gesamte Jahr - zumindest außerhalb der Turnierzeiten - akribisch auf ihre Gesundheit. Sie joggen, zählen Kalorien und oder gehen ins Fitnessstudio.

Trotz der erstaunlichen Fitness der Profi-Esser stehen derartige Wettbewerbe bei Medizinern und Ernährungsberatern seit Jahren in der Kritik und sorgen weltweit für Proteste. Es werden verheerende gesundheitliche Folgen befürchtet.

So sieht der Weltrekord-Halter Joey Chestnut in Aktion aus.

Leider gibt es auch dunkle Kapitel in der jüngeren Historie der Fast Food-Wettessen.

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