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Todesflut: Interpol soll Leichen in die Heimat bringen

zuletzt aktualisiert: 06.01.2005 - 09:58

Bern/Lyon (rpo). Nicht nur bei der Bergung, auch bei der Erfassung, Identifizierung und Überführung haben die Behörden und Helfer der Krisenregionen große Schwierigkeiten. Deshalb soll jetzt die internationale Polizeibehörde Interpol die zentrale Koordination übernehmen. Mit einer speziellen Erfassungssoftware will die Behörde zu einer Art Informationsdrehscheibe werden und eine Überführung der Leichen in die Heimatländer gewährleisten.

Die Überführung der Flutleichen soll künftig Interpol regeln.  Foto: RPO
Die Überführung der Flutleichen soll künftig Interpol regeln. Foto: RPO

Das teilte der Vizedirektor des Schweizer Polizei-Bundesamts, Arnold Bolliger, nach einem Treffen von Vertretern aus 35 Ländern am Interpol-Hauptsitz in Lyon mit.

Vorgesehen sei, dass Interpol als Informationsdrehscheibe diene, sagte Bolliger am Donnerstag auf Anfrage. Koordinierende Aufgaben solle Interpol auch in der Logistik übernehmen, insbesondere im Bereich der Datenbanken. So sei geplant, dass die von einer dänischen Firma entwickelte Software für den Vergleich der vor Ort und in den Heimatländern erhobenen Daten in Lyon bereitgestellt werde.

Während der Sitzung, an der auch ein hoher Polizeikommissar aus Thailand teilnahm, wurden laut Bolliger zudem Mängel in der Koordination vor Ort erörtert. Es sei beschlossen worden, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die sich umgehend dieser Problematik annehmen werde.

Internationaler Krisengipfel

Mit einer Schweigeminute für die Opfer der Flutkatastrophe in Asien hat indes der internationale Krisengipfel in der indonesischen Hauptstadt Jakarta begonnen.

Spitzenpolitiker aus 26 Ländern und Hilfsorganisationen wollten bei dem eintägigen Treffen über die Koordinierung der milliardenschweren Hilfszusagen sowie Strategien gegen künftige Katastrophen beraten. UN-Generalsekretär Kofi Annan lobte das weltweite Engagement, verlangte zugleich jedoch weitere Hilfen.

Die Zahl der nach der Flutkatastrophe in Südostasien vermissten Deutschen sank nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) auf unter Tausend.

Annan forderte 977 Millionen Dollar (738 Millionen Euro) Soforthilfe. Dieses Geld werde sofort gebraucht, um fünf Millionen Tsunami-Opfer in den kommenden sechs Monaten mit dem Nötigsten zu versorgen, sagte Annan. Zwar hätten Regierungen weltweit bereits höhere Summen versprochen.

Diese Zusagen müssten nun jedoch zügig in Bargeld umgewandelt werden. Er betonte zudem: "Wir brauchen mehr Menschen und mehr Material, um allen zu helfen, die Hilfe benötigen. "

Quelle: ap

 
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