Wegen angeblicher Spionage: Iranische Justiz will drei Amerikaner anklagen
zuletzt aktualisiert: 09.11.2009 - 18:58Teheran (RPO). Die iranische Justiz wirft drei an der Grenze zum Irak festgenommenen jungen US-Amerikanern Spionage vor. Das erklärte der leitende Staatsanwalt von Teheran, Abbas Dschafari Dowlatabadi. Die Untersuchungen dauerten aber noch an, schränkte er ein.
US-Außenministerin Hillary Clinton erklärte während ihres Besuchs in Berlin erneut, dass die Vorwürfe gegen die drei Amerikaner jeglicher Grundlage entbehrten. Sie appellierte an die Regierung in Teheran, Mitgefühl zu zeigen und die drei freizulassen.
Dowlatabadis Erklärung ließ offen, ob gegen die US-Bürger bereits formell Anklage erhoben wurde. Ähnliche Erklärungen deuten in der Regel jedoch darauf hin, dass eine Anklage unmittelbar bevorsteht oder bereits erhoben wurde. Im undurchsichtigen iranischen Justizsystem geschieht dies oft auch hinter verschlossenen Türen und wird erst später bekannt. Spionage wird im Iran schwer bestraft.
Die drei Absolventen der University of California in Berkeley hatten nach Darstellung ihrer Familien und der US-Regierung am 31. Juli bei einer Wanderung im bergigen Nordirak die Grenze zum Iran versehentlich kurzzeitig überschritten. Clinton sagte, die USA würden sich mit Hilfe der Schweizer Botschaft, die im Iran die US-Interessen vertritt, weiter um eine Freilassung bemühen.
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