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Spott für IS
Dschihad? "Ich muss erst Star Wars gucken!"

IS: So spotten Muslime auf Twitter über den Aufruf zum Dschihad
Der selbsternannte IS-Kalif Abu Bakr al-Baghdadi in einem Propaganda-Video von 2014. FOTO: afp, BLA/ma/SH
Düsseldorf. "Wir rufen euch alle zu den Waffen." Mit diesem Aufruf zum Dschihad hat sich die Terrormiliz Islamischer Staat an Muslime in aller Welt gewandt. Doch die erteilen dem Terror eine spöttische Absage: "Sorry, keine Zeit. Ich muss Star Wars gucken." Von Laura Sandgathe

Vor einigen Tagen veröffentlichte Abu Bakr al-Baghdadi, der sich selbst als "Kalif" des IS bezeichnet, eine etwa 24 Minuten lange Audio-Nachricht. Sie richtete sich an "alle Muslime" und beinhaltete eine klare Botschaft. "Wir rufen alle Muslime auf, sich an dem Kampf zu beteiligen, insbesondere diejenigen in Saudi-Arabien", zitierte der Menschenrechtsaktivist Iyad El-Baghdadi auf Twitter aus der IS-Rede. 

Ob der Anführer der Terror-Organisation IS mit einer Antwort auf seine Aufforderung gerechnet hat, ist nicht bekannt. Doch er bekommt sie – tausendfach. Muslime in aller Welt reagieren mit spöttischen und oft ironisch gemeinten Tweets auf den Aufruf zum Dschihad. Und zeigen: Weder nehmen sie den IS ernst, noch lassen sie sich von ihm einschüchtern.

"Sorry IS. Dieser Moslem hier ist gerade erst aufgewacht. Er braucht erstmal einen Kaffee. Außerdem ist es Weihnachten, Zeit für die Familie. Hau ab jetzt." Diese klare Ansage macht ein Mann auf Twitter: Er hat Besseres zu tun, als für den IS zu kämpfen. Eine Haltung, die viele teilen. Andere Twitter-Nutzer müssen "Netflix gucken" oder "all die neuen Star Wars-Filme". Wieder anderen ist der Sprit zu teuer, um bis nach Syrien zu fahren. Einer hat eine Entschuldigung von seiner Mutter.

Viele der Tweets haben einen ernsten, kritischen Kern. "Ich bin damit beschäftigt, Teil einer zivilisierten und funktionierenden Gesellschaft zu sein", schreibt ein Nutzer bei Twitter. Ein anderer erklärt, er nutze seine Zeit lieber, um ein "echter Moslem" zu sein.

Botschaften wie die von Abu Bakr al-Baghdadi sind fester Bestandteil der Propaganda der Terrormiliz, mit der sie ihre Anhänger zusammentrommeln will. Zuletzt hat der IS wichtige Gebiete, zum Beispiel die Stadt Ramadi im Irak, an die gegnerische Allianz verloren. In dem aktuellen Aufruf wurden auch Angriffe auf Israel angekündigt. 

Diese Twitter-Nutzer werden sich dem IS sicher nicht anschließen – sie haben Wichtigeres zu tun:

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