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Angeblich durch US-Luftschlag getötet
IS-Vize al-Hajali organisierte den Krieg im Irak

IS-Vize Fadhil Ahmad al-Hajali organisierte den Krieg im Irak
FOTO: dpa, lb
Oak Bluffs. Im Anti-IS-Kampf ist den USA ein großer Schlag gelungen: Die Nummer Zwei der Terrormiliz sei tot, meldet das Weiße Haus. Für den IS soll Fadhil Ahmad al-Hajali vom Irak aus als Logistikchef fungiert und eine zentrale  Rolle gespielt haben. Experten gehen jedoch davon aus, dass sein Tod den IS kaum schwächen wird.

Bei einem US-Luftangriff im Irak ist laut dem Weißen Haus die Nummer Zwei der Terrormiliz Islamischer Staat getötet worden. Fadhil Ahmad al-Hajali sei am Dienstag in einem Fahrzeug nahe der nordirakischen Stadt Mossul unterwegs gewesen, als er ins Visier genommen wurde, sagte ein Sprecher des nationalen Sicherheitsrats, Ned Price, am Freitag. Im Auto saß zudem nach irakischen Angaben der beim IS für Medien zuständige Extremist Abu Abdullah, der ebenfalls getötet wurde. Bei dem Luftangriff seien außerdem zwei mitreisende Begleiter umgekommen.

Al-Hajali soll in den vergangenen zwei Jahren IS-Operationen im Irak beaufsichtigt haben, darunter eine Offensive der Dschihadisten auf Mossul im Juni 2014. Als ranghöchster Stellvertreter von IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi koordinierte er zudem den Transport von großen Mengen von Waffen, Sprengsätzen, Fahrzeugen und Personen zwischen Irak und Syrien. In beiden Ländern kontrolliert die Terrormiliz große Gebiete.

Ein Pentagonsprecher, Marinekapitän Jeff Davis, sagte, al-Hayali sei irakischer Staatsbürger. Während der US-Invasion im Irak sei er Mitglied des örtlichen Al-Kaida-Ablegers gewesen, der Vorläufergruppe des IS. Wegen seiner Al-Kaida-Verbindungen wurde al-Hajali Anfang 2005 von US-Truppen gefangen genommen und kurz darauf der irakischen Regierung übergeben. Damals habe er zugegeben, als Buchhalter für den Terrorarm aktiv sowie in Waffenschmuggel verwickelt gewesen zu sein und extremistische Operationen unterstützt zu haben, sagte Davis.

Es werde angenommen, dass al-Hajali dem IS später als militärischer Emir in Bagdad gedient und zwischen 2011 und 2012 IS-Aktivitäten in der irakischen Provinz Ninewa gesteuert habe. Außerdem soll er als Mittelsmann zwischen der Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel und der IS-Führung fungiert haben, fügte Davis hinzu.

Ned Price vom Nationalen Sicherheitsrat im Weißen Haus bezeichnete den Tod al-Hajalis als Schlag gegen den IS, da dessen Einflussbereich die Finanzen, Medienarbeit, Operationen und Logistik der Terrorgruppe umfasst habe.

Dass al-Hajalis Beseitigung den IS deutlich schwächen wird, ist aus Sicht von Experten jedoch unwahrscheinlich. Vielmehr dürfte dessen Tod bei der Dschihadistengruppe zu schärferen Sicherheitsvorkehrungen und mehr Geheimniskrämerei rund um ihren Führer al-Bagdadi führen. Irakischen Geheimdienstmitarbeitern zufolge ist er weitgehend von der Bildfläche verschwunden, seitdem er bei einem Luftangriff nahe der syrischen Grenze verwundet worden sei.

Al-Bagdadi kommuniziert demnach mit Führern der Terrormiliz über von Hand geschriebener Post, weil er durch die Nutzung von Handys oder Email leichter aufzuspüren wäre. Kürzlich soll der IS-Chef laut den irakischen Geheimdienstlern seinen inneren Zirkel um ehemalige Gefängnisinsassen erweitert haben, mit denen er vor fast zehn Jahren in der damals von US-geführten Haftanstalt namens Bokka im Südirak einsaß.

(ap)
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