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Kulturschätze in Schutt und Asche
Video zeigt, wie IS-Kämpfer in Nimrud wüten

Fotos: IS fällt über assyrische Kulturschätze her
Fotos: IS fällt über assyrische Kulturschätze her FOTO: ap
Mossul/Kairo. Erneut brüstet sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) mit ihrem Hass. Ein Video dokumentiert ihre Zerstörungswut in der alt-assyrischen Stadt Nimrud. Darauf ist zu sehen, wie sie mit Fräsen und Bulldozern über Kulturschätze herfallen.

Die Aufnahmen zeigen die Zerstörung von Teilen der alt-assyrischen Ruinenstadt Nimrud im Süden von Mossul. Es ist zu sehen, wie die IS-Dschihadisten mit Bulldozern, Presslufthämmern und Fräsen über mehr als 3000 Jahre alte Reliefs herfallen.

"Wo auch immer wir ein Stück unser eigen nennen, werden wir alle Zeichen und Symbole der Götzendienerei auslöschen", sagt einer der IS-Milizionäre in die Kamera.

Dieser Akt von religiös motiviertem Vandalismus hatte sich bereits Anfang März ereignet. Das irakische Altertumsministerium hatte damals darüber berichtet.

Nimrud ist eine bedeutende assyrische Ruinenstätte knapp 40 Kilometer südlich der vom IS besetzten Stadt Mossul. Nimrud wurde um 1270 v.
Chr. gegründet und war zeitweilig die Hauptstadt Assyriens. Der Name der Stadt leitet sich vom biblischen König Nimrod ab. Ausgrabungen brachten im 19. und 20. Jahrhundert Festungsruinen, Tempelanlagen, Obelisken und reich verzierte Reliefs hervor.

Hier Ausschnitte aus dem Video.

Derweil wüteten Anhänger der Terrorgruppe am Wochenende in Libyen und griffen die südkoreanische Botschaft an. Bei der Attacke in Tripolis wurden zwei libysche Wachleute getötet.

Die Angreifer hätten am Sonntag aus einem Auto heraus zwei Menschen erschossen und einen dritten verletzt, teilte das libysche Innenministerium mit. Südkoreas Außenministerium bestätigte den Angriff und erklärte, es handele sich bei den Toten um zwei libysche Wachleute. Die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu dem Angriff.

Ein Vertreter der Sicherheitskräfte sagte vor Ort, beide Opfer seien libysche Wachmänner. Die Botschaft sei seit Monaten geschlossen, werde aber weiter von südkoreanischen Diplomaten genutzt.

Das Außenministerium in Seoul erklärte, die drei Südkoreaner in dem Gebäude, darunter zwei Diplomaten, seien unverletzt geblieben. Es sei unklar, ob der Angriff den Wachleuten oder der Botschaft selbst gegolten habe, sagte ein Ministeriumsvertreter.

Der IS bekennt sich zu einer extremistischen Auslegung des sunnitischen Islam. Unter anderen wird das sogenannte "Bilderverbot" des Koran - die Unzulässigkeit der Abbildung von Menschen und Tieren - derart radikal interpretiert, dass Kulturdenkmäler aus vor-islamischer Zeit grundsätzlich zur Vernichtung freigegeben sind.

(dpa AFP)
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