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Terrorismus
Israel nimmt jüdischen Extremisten in Gewahrsam

Israel nimmt jüdischen Extremisten in Gewahrsam
Israel will einen mutmaßlichen jüdischen Extremisten sechs Monate ohne Anklage in Gewahrsam halten. FOTO: (alle) AP
Jerusalem. Die Regierung in Jerusalem greift gegen jüdische Extremisten durch. Der mutmaßliche Terrorist Mordechai M. ist festgenommen worden. Es ist die erste Festnahme eines Israelis im Zusammenhang mit den jüngsten Terrorattacken.

Israel will einen mutmaßlichen jüdischen Extremisten sechs Monate ohne Anklage in Gewahrsam halten. Die Order unterschrieb Verteidigungsminister Mosche Jaalon am Dienstagabend. Der Verdächtige Mordechai M. wurde nach Jaalons Angaben im Zusammenhang mit "gewalttätigen Aktivitäten und jüngsten Terrorangriffen" verhaftet.

Vergangene Woche hatten mutmaßliche jüdische Extremisten im Westjordanland das Haus einer palästinensischen Familie in Brand gesteckt und dabei ein 18 Monate altes Kleinkind umgebracht. Nur wenige Tage zuvor hatte ein ultraorthodoxer Jude auf Zuschauer einer Schwulenparade in Jerusalem eingestochen und ein 16-jähriges Mädchen getötet.

Die Order eines sogenannten Verwaltungsgewahrsams ist die erste gegen einen Israeli seit den beiden Anschlägen. Bislang richteten sich solche faktischen Inhaftierungen ohne Anklage meist gegen Palästinenser.

Im Zusammenhang mit den jüngsten Angriffen hatten die Behörden bereits am Montag den 23-jährigen mutmaßlichen jüdischen Extremisten Meir Ettinger festgenommen. Ettingers Anwalt sagte jedoch, die Festnahme diene nur dazu, der Öffentlichkeit einen Erfolg vorzugaukeln.

(ap)
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