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Mehrere Attacken in Israel
Palästinenser ersticht israelische Frau

Israel: Palästinenser ersticht israelische Frau
Soldaten patroullieren in der Nähe der Bushaltestelle, an der eine israelische Frau erstochen wurde. FOTO: dpa, jwh ase
Jerusalem. In mehreren Fällen haben Palästinenser israelische Bürger mit Messern attackiert. Eine Frau wurde tödlich verletzt. Drei Angreifer wurden erschossen.

Ein Palästinenser hat im Westjordanland eine israelische Frau erstochen. Wie das Militär mitteilte, wurde die Israelin bei dem Messerangriff am Sonntag nahe Jerusalem schwer verletzt, nach Krankenhausangaben erlag sie später ihren Verletzungen. Der Täter wurde dem Militär zufolge von Soldaten erschossen. Neben ihm wurden bei separaten Vorfällen am Sonntag zwei weitere palästinensische Angreifer getötet.

Bei einer vorherigen Attacke zückte eine junge Frau nach Militärangaben am Eingang zu einem Militärstützpunkt ein Messer und näherte sich Zivilisten. Ein Siedler im Westjordanland, Gerschon Mesika, sagte, er habe sein Fahrzeug von der Straße gelenkt und die Frau getroffen. Ein Soldat feuerte anschließend auf die Angreiferin und tötete sie. Die Armee teilte nicht mit, wie kurz davor die Frau gewesen sei, einen Angriff auszuführen. Der Vater der getöteten 16-Jährigen sagte, seine Tochter sei am Morgen wie gewöhnlich zur Schule gegangen. Er habe zwei Stunden später von ihrem Tod erfahren.

Im Westjordanland östlich von Jerusalem wollte ein Palästinenser in einem Taxi Israelis überfahren, wie die Polizei mitteilte. Nachdem er mit seinem Auto einen Unfall gebaut habe, sei er mit einem Messer ausgestiegen und habe versucht, auf Personen einzustechen. Doch sei er von einem Umstehenden erschossen worden, bevor er jemanden verletzen konnte.

Die Angriffe ereigneten sich zwei Tage vor einer Vermittlungsmission von US-Außenminister John Kerry in der Region. Bei einer seit zwei Monaten andauernden Gewaltwelle im Nahen Osten haben Palästinenser 17 Israelis getötet, die meisten durch Messerattacken. Durch israelischen Beschuss kamen 87 Palästinenser ums Leben. Bei 55 von ihnen handelte es sich nach israelischen Angaben um Angreifer.

Das israelische Militär hatte in der Nacht zu Samstag eine zweite palästinensische Radiostation in Hebron im Westjordanland geschlossen. Dem Sender El-Chalil werde vorgeworfen, zu Gewalt angestachelt zu haben, teilte das Militär mit. Bei einer Razzia seien Geräte eingezogen worden, mit deren Hilfe Aufrufe zu Angriffen auf Israelis hätten ausgestrahlt werden können. Israel hatte bereits Anfang November den Sender Al-Hurria in Hebron mit derselben Begründung geschlossen.

(ap)