Lieferungen aus Libyen: Israels Militär will Gaza-Hilfsschiff stoppen
zuletzt aktualisiert: 13.07.2010 - 15:02Jerusalem (RPO). Israelische Soldaten haben nach Militärangaben am Dienstag damit begonnen, ein in Richtung Gazastreifen fahrendes Schiff mit Hilfslieferungen aus Libyen zu stoppen. Die Soldaten seien aber nicht an Bord gegangen, sagte eine Armeesprecherin. Sie hätten Kontakt zu dem Schiff aufgenommen.
Israel hatte bereits am Wochenende angekündigt, dass das Schiff nicht in den Gazastreifen gelassen werde. Israel werde nicht zulassen, dass seine Souveränität verletzt werde, sagte Außenminister Avigdor Lieberman. "Ich sage ganz klar: Kein Schiff wird den Gazastreifen erreichen."
Das unter moldawischer Flagge fahrende und auf den Namen "Hope" umgetaufte Schiff hatte am Samstag den griechischen Hafen Lavrio verlassen. Organisator der Reise ist eine Stiftung unter dem Vorsitz von Saif al-Islam Gaddafi. Er ist der Sohn des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi. An Bord sollen sich den Organisatoren zufolge zwölf Besatzungsmitglieder und bis zu zehn Aktivisten sowie rund 2000 Tonnen Lebensmittel und Medikamente befinden.
Bei einer Militäraktion gegen türkische Schiffe auf dem Weg nach Gaza waren am 3. Mai neun türkische Aktivisten getötet worden. Eine Untersuchungskommission des israelischen Militärs erklärte am Montag, bei dem Einsatz selbst sei alles richtig gemacht worden. Es seien aber falsche Entscheidungen vor allem in höheren Ebenen getroffen worden. Das habe zu den Todesfällen geführt.
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