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Aus Piratengewalt befreit: Ist US-Kapitän Richard Phillips gar kein Held?

zuletzt aktualisiert: 15.04.2009 - 19:07

Washington (RPO). Die Heldengeschichte über den US-Kapitän Richard Phillips, der sich zum Schutz seiner Mannschaft somalischen Piraten als Geisel ergeben haben soll, ist womöglich nicht wahr. Mitglieder seiner Crew berichteten am Mittwoch dem Fernsehsender ABC News, dass Phillips keineswegs freiwillig mit den Piraten gegangen sei.

"Sein Vorhaben war nicht, das Schiff zu verlassen", sagte Vize-Kapitän Shane Murphy. "Aber die Dinge haben sich anders entwickelt als gedacht." Phillips sei offenbar Opfer einer List der Piraten geworden.

Piraten hatten die "Maersk Alabama" am 8. April etwa 500 Kilometer vor Somalia angegriffen. Nach 13 Stunden gelang es der Besatzung laut Murphy, die Piraten zum Verlassen des US-Frachters zu bewegen. Im Gegenzug sollten ihnen Nahrungsmittel, Treibstoff und ein Rettungsboot überlassen werden.

Phillips sei dann mit den Piraten ins Rettungsboot gestiegen, um ihnen zu zeigen, wie sie von der "Maersk Alabama" ablegen könnten, berichtete Murphy. "Aber die Situation hat sich zusehends verschlechtert, irgendwie hat es nicht geklappt und dann waren wir mit der Realität konfrontiert", berichtete der erste Offizier über den Moment, als die Piraten mit Phillips im Rettungsboot davonfuhren.

Phillips war nach fünf Tagen in der Gewalt der Piraten am Sonntag von Scharfschützen der US-Marine befreit worden. In den USA wird der 53-Jährige seit seiner Geiselnahme als Held gefeiert, weil es in ersten Berichten hieß, er habe sich selbst als Geisel angeboten, um seine Mannschaft zu schützen.

Quelle: AFP

 
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