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Vor elf Jahren ermordete Deutsch-Türkin
Prozess gegen zwei Brüder von Hatun Sürücü auf April vertagt

Chronik zum Mord an Hatun Sürücü
Chronik zum Mord an Hatun Sürücü
Istanbul. Knapp elf Jahre ist es her, dass Hatun Sürücü in Berlin von ihrem kleinen Bruder erschossen wurde. Nun hat in Istanbul der Prozess gegen zwei ältere Brüder der Deutsch-Türkin begonnen. Allerdings wurde er bereits wieder vertagt.

Der Richter in Istanbul setzte am Dienstag den nächsten Verhandlungstag auf den 28. April fest. Den 35 und 36 Jahre alten Männern wird nach Angaben der türkischen Justiz das vorsätzliche Töten eines nahen Verwandten vorgeworfen. Sie sollen den jüngsten Bruder mit dem Mord beauftragt haben, um die Familienehre wiederherzustellen. Außerdem werden sie beschuldigt, die Waffe besorgt zu haben. Die Angeklagten erschienen am Dienstag persönlich vor Gericht. Der Prozess findet im Gerichtsgebäude Kartal auf der asiatischen Seite Istanbuls statt.

Die 23-Jährige Hatun Sürücü war am 7. Februar 2005 von ihrem kleinen Bruder in Berlin-Tempelhof erschossen worden. Der Fall hatte eine Debatte über Parallelgesellschaften in Deutschland ausgelöst. Der Mörder wurde im Sommer 2014 nach neuneinhalb Jahren Haft in die Türkei abgeschoben.

Die nun angeklagten Brüder waren in Berlin zunächst aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden, 2007 hatte der Bundesgerichtshof die Freisprüche aber aufgehoben. Ein neuer Prozess kam nicht mehr zustande. Die Männer hatten sich in die Türkei abgesetzt.

2013 leitete die türkische Seite ein eigenes Strafverfahren gegen sie ein. Beide Angeklagten wiesen die Vorwürfe in bisherigen Aussagen zurück, wie aus Gerichtsakten hervorgeht.

(das/dpa)
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