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Stärke 6,1
Zwei starke Erdbeben erschüttern Italien

Italien - Die Nacht nach dem Beben vom 27. Oktober
Italien - Die Nacht nach dem Beben vom 27. Oktober FOTO: ap, DRN
Rom. Ein heftiges Beben und ein noch stärkeres Nachbeben haben am Mittwochabend die Regionen Zentralitaliens erschüttert. Mindestens zwei Menschen wurden verletzt.

Um kurz nach 19. Uhr sorgte ein Beben der Stärke 5,5 zunächst für Stromausfälle und beschädigten Gebäude, wie die Sprecherin der italienischen Zivilschutzbehörde, Ornella de Luca, mitteilte. Nach 21 Uhr berichtete das deutsche Geoforschungszentrum in Potsdam von einem weiteren Beben - dieses Mal der Stärke 6,1.

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte war das zweite um 21.18 Uhr sogar acht Mal stärker als das erste um 19.10 Uhr. Es seien Stärken von 5,4 und 6,1 erreicht worden.

Das Nachbeben war den Angaben zufolge, ebenso wie bereits das erste am Mittwoch, in der Hauptstadt Rom zu spüren. Bei den späteren Erdstößen seien die Gebäude länger hin und her geschwankt als zuvor. Ersten Berichten zufolge wurden zwei Menschen verletzt.

Kirchturm stürzt auf ein Wohnhaus

In der Gemeinde Camerino stürzte der Kirchturm von Santa Maria in Via auf ein Wohnhaus. Die Kirche war bereits bei dem verheerenden Erdbeben vom 24. August beschädigt worden. Viele Menschen seien dort - wie auch in anderen Orten in dem betroffenen Gebiet in der Provinz Macerata nahe Umbrien - zum Zeitpunkt des Bebens am Abend auf der Straße gewesen.

Laut dem italienischen Zentrum für Vulkanologie befand sich das Epizentrum des Bebens am frühen Abend nahe Macerata in der Nähe der Stadt Perugia. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte hatte das Beben eine Tiefe von etwa zehn Kilometern. Die Seismologen waren zunächst von einer Stärke von 5,4 ausgegangen, korrigierten sie jedoch später auf 5,5. Sie gehen davon aus, dass beide Beben vom Mittwoch Nachbeben der 6,2 starken Erdstöße am 24. August sind. Durch die relativ große Nähe zur Erdoberfläche seien große Schäden und weitere Beben zu erwarten.

Die Behörden kündigten offenbar die Räumung von drei Krankenhäusern in der von den Erdbeben betroffenen italienischen Region Marken an. Betroffen seien die Hospitäler in Tolentino, Matelica und Cingoli, teilte Regionalpräsident Luca Ceriscioli in der Nacht auf Donnerstag bei Facebook mit. Die Patienten sollten in andere Einrichtungen in der Region gebracht werden. "Zurzeit werden Einstürze registriert", schrieb er.

Bisher keine Menschen vermisst

Nach den Beben vom Mittwochabend sei die Situation "weniger dramatisch als gedacht", sagte Zivilschutz-Chef Fabrizio Curcio der Nachrichtenagentur Ansa zufolge um Mitternacht auf einer Pressekonferenz. Fernsehbilder zeigten schwere Schäden an Gebäuden. Spezial-Teams suchten nach möglichen Vermissten - es sehe derzeit aber so aus, als gebe es keine. Die nächsten Stunden würden zeigen, ob die Einschätzung der Lage so bleibe, sagte Curcio.

Das Erdbeben vor zwei Monaten hatte neben Amatrice auch andere nahegelegene Orte zerstört. Knapp 300 Menschen kamen ums Leben, rund 4000 verloren ihr Zuhause.

(mre/jj//AFP/dpa/kna/reu)
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