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Kampf gegen Geldwäsche
Italiens Zentralbank sperrt Kreditkarten im Vatikan
Demonstranten besetzen die Vatikan-Botschaft in Paris
Demonstranten besetzen die Vatikan-Botschaft in Paris FOTO: afp, MIGUEL MEDINA
Vatikanstadt. Im Vatikan kann nicht mehr mit ausländischen Bank- und Kreditkarten bezahlt werden. Wie italienische Medien am Donnerstag berichteten, hat die italienische Zentralbank die Nutzung elektronischer Zahlungsmittel seit Jahresbeginn vorläufig ausgesetzt.

Grund für diese Maßnahme sollen Anti-Geldwäsche-Vorschriften sein, schreibt die Tageszeitung "Corriere della Sera" unter Berufung auf nicht genannte Quellen in der Banca d'Italia. Der Vatikan bestätigte die vorläufige Aussetzung des Zahlungsverkehrs mit Bank- und Kreditkarten, gab jedoch keinen näheren Kommentar ab. Die Verträge einiger vatikanischer Einrichtungen mit einem ihrer Finanzdienstleister seien ausgelaufen, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi.

Auch die Vatikanischen Museen akzeptieren vorläufig nur noch Bezahlung beim Kauf von Eintrittskarten. Online-Vorbestellungen, die bislang mit Kreditkarte möglich waren, sind ebenfalls seit Jahresbeginn ausgesetzt. Nur die Bankkarte der Vatikanbank IOR wird weiterhin als elektronisches Zahlungsmittel akzeptiert.

Laut "Corriere della Sera" soll die Deutsche Bank Italien, die den Zahlungsverkehr mit Bank- und Kreditkarten für viele vatikanische Einrichtungen abwickelt, keine Genehmigung von der italienischen Zentralbank eingeholt haben. Eine solche sei jedoch notwendig, weil auch die Deutsche Bank Italien der Aufsicht der italienischen Zentralbank unterliege. Die Banca d'Italia sei der Auffassung, dass italienische Banken diese Finanzdienstleistungen im Vatikan nicht abwickeln dürften, weil der Vatikan nicht die notwendigen internationalen Anti-Geldwäsche-Standards erfülle, so die Zeitung.

Quelle: KNA/felt
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