| 12.17 Uhr

Terrormiliz Islamischer Staat
Ein Dutzend Festnahmen nach Terroranschlag in Jakarta

Jakarta: Ein Dutzend Festnahmen nach Terroranschlag in Indonesien
Polizeichef Badrotin Haiti (r.) FOTO: ap
Jakarta. Im Zusammenhang mit den blutigen Terroranschlägen in der Hauptstadt Jakarta hat die indonesische Polizei nach eigenen Angaben zwölf Personen festgenommen. Die Festgenommenen stünden im Verdacht, Mitglieder einer Gruppe um Bahrun Naim zu sein, eines indonesischen Kämpfers der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), sagte Polizeichef Badrotin Haiti am Wochenende.

Naim gilt als Drahtzieher der Anschläge vom Donnerstag. "Einer der Festgenommenen hat eine Überweisung vom IS zur Finanzierung der Operation erhalten", sagte der Polizeichef. Derweil stieg die Zahl der getöteten Zivilisten nach Polizeiangaben auf vier. Ein Unbeteiligter sei am Samstagabend im Krankenhaus gestorben. "Eine Kugel hatte seinen Kopf getroffen, seitdem lag er im Koma", sagte der Polizeisprecher am Sonntag. Damit seien bei dem Anschlag vier Zivilisten und vier Angreifer ums Leben gekommen.

Das indonesische Informationsministerium ließ am Wochenende mindestens elf extremistische Webseiten und Blogs sperren. Auch sollten mehrere Accounts in Online-Netzwerken blockiert werden, deren Nutzer den Anschlag vom Donnerstag unterstützt hätten. "Wir haben von der Öffentlichkeit Beschwerden über Social-Media-Accounts und Internetseiten mit radikalem Inhalt erhalten", erklärte das Ministerium.

Indonesien als Schauplatz dschihadistischer Gewalttaten

Bei dem Anschlag auf ein Café und eine Polizeiwache waren am Donnerstag in Jakarta auch alle fünf Attentäter umgekommen. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu der Attacke in dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt. In Indonesien gab es in den vergangenen Jahren wiederholt Gewalttaten im Zusammenhang mit dschihadistischen Gruppen. Hunderte Indonesier haben sich der Terrormiliz IS im Nahen Osten angeschlossen.

Im Nachbarland Malaysia warnte Minister Adnan Mansor vor Anschlägen auf die Touristengebiete in der Hauptstadt Kuala Lumpur. So bestehe in den Bezirken Bangsar sowie dem bei Touristen beliebten Bukit Bintang und in einigen Einkaufszentren ein Risiko, sagte der für das malaysische Bundesgebiet zuständige Minister am Sonntag. Allerdings erklärte der Polizeichef von Kuala Lumpur, Tajudin Isa, es sei nicht sicher, woher Adnans seine Informationen habe. Fest stehe, dass die Polizei die Sicherheit an allen öffentlichen Plätzen verstärkt habe.

(dpa/isw)
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