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Japan
Erdbeben fordert neun Opfer und mehr als 800 Verletzte

Japan: Erdbeben fordert neun Opfer und über 800 Verletzte
Ein zusammengebrochenes Haus hat ein Auto unter sich begraben. FOTO: ap
Tokio. Die Zahl der Toten nach dem Erdbeben in Südjapan ist nach Regierungsangaben auf neun gestiegen. Mehr als 800 weitere Menschen wurden verletzt, wie Kabinettssekretär Yoshihide Suga mitteilte.

Zudem gab es teils massive Schäden. Mehrmals wurden Rettungseinsätze durch Nachbeben unterbrochen: Bis zum Freitagmorgen wurden 116 solcher Erdstöße gemeldet. Tausende Menschen harrten in der Unglücksgegend noch in Notunterkünften aus.

Am Vorabend (Ortszeit) hatte es nahe der Stadt Kumamoto auf der Insel Kyushu in einer Tiefe von elf Kilometern ein Erdbeben der Stärke 6,9 gegeben, wie die nationale Meteorologiebehörde mitteilte. Besonders hart traf es den 15 Kilometer östlich von Kumamoto gelegenen Ort Mashiki, wie Takayuki Matsushita vom Katastrophenschutz sagte.

Ein Anwohner, Takahiko Morita, schilderte dem Sender NHK den Hergang des Bebens. "Es machte Kawumm und das ganze Haus taumelte gewaltsam seitwärts", sagte er.

Kabinettssekretär Suga sagte, die neun Todesopfer seien zwischen 29 und 94 Jahre alt gewesen. Bei den meisten handelte es sich demnach um ältere Menschen. 53 der Verletzten seien in kritischem Zustand.

Zudem fielen laut dem Regierungssprecher mindestens 19 Häuser in sich zusammen. Es seien Hunderte Anrufe wegen Gebäudeschäden und Menschen eingegangen, die unter Trümmer begraben oder eingeschlossen seien.
Der Sender NHK zeigte das Rathaus der Stadt Mashiki im Dunkeln, nachdem dort der Strom ausgefallen war. In anderen Aufnahmen waren Trümmer auf der Straße, eingestürzte Mauern, kaputte Fenster sowie eine verbogene Schnellstraße zu sehen. An eigenen Orten brach Feuer aus.

Soldaten helfen

In die Unglücksgegend entsandten die Behörden 1600 Soldaten. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie einige der Einsatzkräfte Decken und Erwachsenenwindeln an Tausende Menschen verteilten, die sich in Notunterkünfte gerettet hatten. Behörden gaben deren Zahl mit 44.000 an. Einige von ihnen konnten am Freitagmorgen wieder in ihre Häuser zurückkehren.

Suga hatte bereits am Abend mitgeteilt, dass an nahegelegenen Atomanlagen zunächst keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden seien. Das Epizentrum des Bebens lag 120 Kilometer nordöstlich der Atomanlage Sendai, der einzigen in Japan, die in Betrieb ist. Im März 2011 hatte ein Beben der Stärke 9,0 eine gigantische Flutwelle ausgelöst, die in mehreren Reaktoren des nahe der Küste gebauten Kernkraftwerks Fukushima zur Kernschmelze führte. Mehr als 18 000 Menschen kamen damals um oder gelten noch immer als vermisst.

Japan liegt auf dem sogenannten pazifischen Feuerring, auf dem es häufig zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen kommt.

(felt/ap)
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