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Gedenken an Angehörige
Brite presst Asche Verstorbener in Schallplatten

Jason Leach presst Brite presst Asche Verstorbener in Schallplatten
Eine Vinyl-Schallplatte auf einem Plattenspieler (Symbolbild). FOTO: Oliver Berg/dpa
Berlin. Jason Leach bietet einen ausgefallenen Andenken-Service an: Der Brite presst die Asche von Verstorbenen in Vinyl-Schallplatten, zusätzlich nimmt er darauf die Stimme und die Lieblingsmusik des Verstorbenen auf. Mit diesem Service würde er gern nach Deutschland expandieren. 

Das kündigte der Brite in einem Bericht des Radiosenders Deutschlandfunk Kultur an. Eine Hürde sei allerdings die Bestattungspflicht für Verstorbene, die in Deutschland gilt, sagte Leach. Er setze aber auf eine Liberalisierung der Landesgesetze. In Brandenburg etwa wird derzeit eine Neufassung des Bestattungsgesetzes diskutiert. Danach soll es künftig auch möglich sein, Totenasche aus der Urne zu entnehmen, um sie zu einem Diamanten zu pressen. Das trifft bei den Kirchen auf Protest.

Der ehemalige Besitzer einer Plattenfirma sagte dem Sender, die Idee für die alternative Verwendung der Asche sei ihm bei der Seebestattung seines Großvaters gekommen. In einem Interview mit der britischen BBC erzählt Leach, dass auch seine Kinder später eine Platte von ihm in den Händen halten könnten.

Zu seiner Zielgruppe gehörten sowohl die "Generation Popkultur", die gerade aussterbe, als auch die aktuelle "Generation DJ". Lediglich die Tonqualität leide ein wenig unter der Beimischung der Asche, sagte Leach. Die Asche werde auf das weiche Vinyl gestreut, bevor die Platte gepresst werde. es entstünden Unebenheiten, aber das spiegele den Verstorbenen wider, sagte Leach der BBC.

Die Stimme des Verstorbenen könne zum Beispiel von Anrufbeantwortern, der Sprachbox eines Mobiltelefons oder alten Videokassetten genommen werden. Die Lieblingsmusik des Toten aufzuspielen, sei zwar auch möglich - aber er rate davon ab. "Denn bei Musik besteht die Gefahr, dass sie zwar dem Verstorbenen, aber keinem anderen gefällt", sagte er Deutschlandfunk Kultur.

Seit Beginn der Geschäftsidee 2006 hat Leach nach eignen Angaben in Großbritannien mehrere hundert der Asche-Schallplatten hergestellt. Ein individuell gestaltetes Album koste zwischen 1.000 und 3.000 britische Pfund für 30 Alben. Der Brite erklärt seinen Andenken-Service auch in einem Video der Filmemacherin Andrea Lewis.

(wer/KNA)
 
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